Sport : Der Speck muss weg

Jetzt krtitisiert auch Herthas Trainer Huub Stevens den brasilianischen Stürmer Alex Alves

André Görke

Berlin . Huub Stevens fand überaus deutliche Worte: „Bei Alex Alves muss Speck runter“, sagte der Trainer von Hertha BSC. „Alex hat sich nicht genug bewegt, er hat zugenommen.“ Schließlich: „Es kann sein, dass er am Sonntag nicht einmal zum Kader gehört.“ Dann spielt Hertha BSC im Berliner Olympiastadion (17.30 Uhr) gegen Energie Cottbus.

Der Ärger um den brasilianischen Stürmer geht weiter. Nach seinen zuletzt schwachen Leistungen hatte ihn Stevens auf die Bank gesetzt. Als er nun zum Gesundheitscheck gebeten wurde und sich dabei herausstellte, dass er an Gewicht zugelegt hatte, ordnete Stevens am Donnerstag eine Sondereinheit an. Alves musste laufen.

Manager Dieter Hoeneß zeigte sich am Freitag überrascht über die „ehrlichen Worte“ des Trainers. „Aber ich bin seiner Meinung.“ Hoeneß hatte Alves zuletzt selbst hart kritisiert.

Alves’ Statur wirkt nicht dünn, er ist 1,78 Meter groß und bringt 80 Kilogramm auf die Waage. Der Brasilianer ist kein Langstreckenläufer, gewiss nicht, aber er ist verdammt schnell. Alves sagt nur: „Ich habe kein Problem damit, wenn der Trainer sagt, dass ich abnehmen soll.“ Und: „Ich bin fit.“

Dass Stevens einen Spieler angreift, kam bislang nicht vor. Bei Hertha schätzen sie, dass der Trainer Kritik sonst nur intern äußert. Warum jetzt? Und warum Alves? Es geht um mehr als das Gewicht eines Spielers. Stevens sagt: „Ich bin nicht zufrieden mit Alex. Ich gehe nach Leistung, er bringt diese nicht. Es geht nicht, dass er ein, zwei gute Spiele macht. Alex muss konstant spielen.“ Nun scheint auch der Trainer darüber nachzudenken, ob er mit Alves weiter planen soll. Im Sommer 2004 läuft dessen Vertrag aus, dann kann er ablösefrei gehen. Dass Alves schon in diesem Sommer verkauft werden soll, dementiert Manager Hoeneß. „Wir sind keine Bank.“ Alves ist mit 2,2 Millionen Euro Jahresgehalt Herthas Spitzenverdiener. Sein Geld ist er in den vergangenen drei Jahren selten wert gewesen.

Heute entscheidet sich, ob Alves im Kader für das Spiel gegen Cottbus steht. Wie er auf die Kritik reagiert, ist ebenfalls ungewiss. Im Oktober hat er schon einmal eine passende Antwort gegeben. Fünf Wochen war er verletzt, dann kickte er bei den Amateuren in der Oberliga. Als er nach scharfer Kritik wieder mitspielen durfte, schoss er ein Tor und bereitete das andere vor. Hertha gewann 2:0. Der Gegner hieß Cottbus.

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