Der Stabilisator : Die Eisbären verlängern mit Travis Mulock

Travis Mulock ist nach längerer Verletzung zurück im Team der Eisbären. Und da wird auch er auch noch ein Weilchen bleiben, denn der 27-Jährige Stürmer hat seinen Vertrag in Berlin um drei Jahre verlängert.

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Mann für wichtige Tore. Travis Mulock will sie auch künftig für die Eisbären schießen. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Mann für wichtige Tore. Travis Mulock will sie auch künftig für die Eisbären schießen.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

So viel Zeit nimmt er sich. Travis Mulock schreibt seinen Namen auf ein paar Autogrammkarten und lächelt mit einem Fan in die Kamera. Dann erst stiefelt er in seinen schweißnassen Trainingssachen Richtung Kabine. Ein bisschen müde sehen seine Augen aus, aber Mulock ist schon froh, überhaupt wieder voll mitmachen zu können. Bei den Iserlohn Roosters absolviert er am Freitag (19.30 Uhr) sein zweites Eishockeyspiel nach einer längerwierigen Knieverletzung – vielleicht gerade noch rechtzeitig ist er zurückgekehrt ins Team der Eisbären.

Nach vielen Aufs und Abs in der Saison ist Travis Mulock dafür vorgesehen, „mehr Stabilität in die Mannschaft zu bringen“, wie er selbst sagt. Kurz vor Beginn der Play-offs ist das nicht die unwichtigste Aufgabe, denn dass sich die Berliner direkt für die Endrunde qualifizieren ist anders als in den vorangegangen Jahren in dieser Spielzeit längst nicht sicher. „Wir können uns nicht erlauben, Punkte zu verschenken“, sagt der 27 Jahre alte Angreifer. „Im Prinzip müssen wir jedes der ausbleibenden Hauptrundenspiele gewinnen.“

Situationen wie diese liegen ihm. Wenn es darauf ankommt, ist Mulock am besten. In den Play-off der beiden vergangenen Saisons erzielte er viele, vor allem jedoch wichtige Treffer. Zum Beispiel den zum 6:5 im vierten Finalspiel 2012 gegen die Adler Mannheim, über das der Gegner bis heute nicht hinweggekommen ist – er hatte ja schon 5:2 geführt. Für Mulock war es der vorläufige Höhepunkt einer recht kontinuierlich verlaufenen Karriere.

Vor vier Jahren kam er vom Zweitligisten aus Bad Tölz nach Berlin und etablierte sich – anders als sein älterer Bruder Tyson – schnell bei den Großen. Travis Mulock ist flinker, positioniert sich meist richtig und gilt vor allem als zuverlässig. Und die Autogramme, die sich die Fans nach dem Training am Donnerstag von ihm besorgen, könnten noch an Wert gewinnen, schließlich bleibt Travis Mulock den Eisbären noch mindestens drei weitere Jahre erhalten.

„Natürlich gibt es mir Selbstbewusstsein, dass mein Vertrag verlängert wurde, aber ich verspüre dadurch auch Druck“, sagt er. „Denn auf dem Eis muss ich beweisen, dass ich diesen Vertrag verdient habe.“ Von seinem Bruder hat er sich sowieso schon seit einer ganzen Weile emanzipiert. Obwohl beide immer privat noch aneinander hängen, drohen sie beruflich auseinander gerissen zu werden. Tyson Mulocks Zukunft in Berlin ist sehr fraglich, während sein Bruder mit höheren Aufgaben bedacht wird.

„Wir haben viele wichtige Spieler verloren und unsere jungen brauchen Zeit, bis sie Führungsaufgaben wahrnehmen können. Es liegt nun auch an mir, die anderen mitzureißen“, sagt der Center. Was das bedeutet, deutet sich bei der Trainingseinheit am Donnerstag an. Als einer der letzten verlässt Travis Mulock da das Eis, bevor er mit der Fanbindung beginnt.

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