Sport : Der Star bin ich

Anke Myrrhe wundert sich über Kohlschreibers Prämienforderung

Anke Myrrhe

Philipp Kohlschreiber hatte es selbst in der Hand. Nach der ersten Runde des Daviscups im Februar wurde allseits seine neue Stärke bewundert, sowohl spielerisch als auch mental. Es sah so aus, als sei der 24-Jährige zum Führungsspieler gereift – der neuen deutschen Nummer eins eben.

Umso überraschender kommt nun Kohlschreibers Forderung nach mehr Geld für sich selbst – und weniger für die anderen Daviscup-Spieler. Der Augsburger bugsiert sich mit völlig unnötiger Arroganz ins Abseits. Die 5000 Euro, die er fordert, sind für ihn Kleingeld. Zur Einordnung: Ein Tennisspieler bekommt allein für das Antreten bei einem ATP-Turnier um die 5000 US-Dollar, für das Erreichen der zweiten Runde rund das Doppelte und so weiter. Kohlschreiber hat in seiner noch jungen Karriere bereits über 1,2 Millionen Euro allein an Preisgeldern verdient. Andere Spieler wie beispielsweise Philipp Petzschner könnten die Prämie hingegen tatsächlich gebrauchen.

Doch selbst für Kohlschreibers Mannschaftskameraden lohnt sich ein Daviscup-Einsatz wirtschaftlich nicht. Die Spieler verlieren meist zwei Turnierwochen und damit Weltranglistenpunkte. Der einzig wahre Ansporn, beim Daviscup anzutreten, ist somit der Imagegewinn. Der Wettbewerb ist vor allem eine Publikumsveranstaltung – und wenn das Publikum eines nicht mag, dann sind es Starallüren. Diese Erfahrung mussten schon Thomas Haas und Nicolas Kiefer machen. Der finanzielle Gewinn für Kohlschreiber steht in keinem Verhältnis zum Schaden, den er seinem Image und dem Team mit seinen Forderungen zufügt.

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