Sport : Der Star im Rückspiegel

Beim DTM-Saisonauftakt startet der frühere Formel-1-Champion Mika Häkkinen heute nur vom 15. Platz

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Hockenheim Fehlerlos ist Titelverteidiger Mattias Ekström in die neue DTM-Saison gestartet. Das brachte den Schweden für das heutige erste Rennen auf dem Hockenheimring (14.00 Uhr/live in der ARD) zum achten Mal in seiner Karriere auf den ersten Startplatz. Im Feld der 20 Fahrer benötigte Ekström im Audi 1:35,251 Minuten für den 4,574 km langen Kurs. Um 32/1000 Sekunden musste sich Gary Paffett im Mercedes geschlagen geben, startet aber neben Ekström aus der ersten Reihe.

Der nach der ersten Qualifikation noch auf dem ersten Rang liegende Mercedes-Fahrer und viermalige DTM-Champion Bernd Schneider fiel im Kampf um die Superpole auf den achten Rang mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf Ekström zurück. „Er hat etwas zu sehr gepuscht“, meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Zudem sei die Strecke gegen Ende des Qualifyings langsamer geworden. Eine Überraschung im Mercedes-Jahreswagen gelang dem Berliner Stefan Mücke, der heute als Zehnter starten wird. Auf Rang 15 endete der DTM-Einstieg für Mika Häkkinen. Er verpasste ebenso wie sein ehemaliger Formel-1-Mitstreiter Heinz-Harald Frentzen im Opel eine gute Ausgangsposition klar. Nach seiner enttäuschenden Saison 2004 startet der 37-jährige Frentzen sogar nur als Vorletzter.

Trotz der mittelmäßigen Vorstellung in Qualifying ist der zweimalige Formel-1-Champion Häkkinen der umjubelte Star an diesem Wochenende. Der 36-jährige Finne, der gerade verkündete, dass seine Frau das zweite Kind erwartet, hat nichts von seiner Popularität eingebüßt – und auch nichts von seinem trockenen Humor. „Nach der Formel 1 ist es nicht gerade eine Herausforderung, die Spülmaschine einzuräumen“, antwortet er in diesen Tagen all jenen, die ihn nach dem Grund für das Comeback fragen. 15 Stunden Familienleben täglich seien zu viel für ihn.

Ein wenig Sorge hat Häkkinen davor, den vielen Wünschen seiner Fans, die ihm in der Formel 1 niemals so nah sein durften wie in der DTM, nicht vollauf gerecht zu werden. „Es ist unmöglich, sich allen zu widmen. Es ist aber gut für die Fans, die Fahrer auch mal hautnah erleben zu können“, sagt er. Häkkinen wirkt entspannt, fit und entschlossen, sich der „großen Herausforderung“ auf der Rennstrecke und am Rande zu stellen.

Die größte Herausforderung, das hat er im Qualifying erfahren müssen, stellt für ihn der Umstieg ins überdachte Cockpit dar. Sein 475 PS starker DTM-Renner verzeihe keine Fehler. Eine besondere Umstellung sei die Tatsache, dass der Fahrer die Vorderreifen nicht sehen könne. „Das Bremsen wird dadurch schwieriger“, sagt Häkkinen. Vom Cockpit eines Formel-1-Wagen mit über 800 PS in einen DTM-Wagen zu steigen, sei eine „radikale Veränderung“. Dennoch hat Norbert Haug unmissverständlich mitgeteilt, was er von dem alten und neuen Teammitglied erwartet: „Er ist bei uns nicht als Showstar verpflichtet, er soll bei uns gefälligst Rennen gewinnen.“

Ob jedoch Häkkinen dazu auch noch 2006 Gelegenheit bekommt, ob dann auch Audi-Teamchef Hans-Jürgen Abt sein Angebot an Michael Schumacher wiederholen kann, zu ihm in die DTM zu wechseln, ist offen. Nach der Insolvenz von Rover, dessen geplanter Einstieg in die DTM nun unwahrscheinlich ist, hängt alles davon ab, dass Opel sein Engagement neben Mercedes und Audi über die gestartete Saison hinaus aufrecht erhält. Es gebe aber die Chance, dass Opel auch nach 2005 in der Serie bleibe, meinte der DTM-Chef Hans Werner Aufrecht.

Bis dato hat der Automobilhersteller auf Grund der angespannten finanziellen Situation den Rückzug zum Saisonende angekündigt. Damit wären 2006 lediglich Mercedes und Audi vertreten. „Mit nur zwei Herstellern wird es keine Meisterschaft geben“, sagte Aufrecht unmissverständlich auf dem Hockenheimring. Allerdings wollen die DTM-Organisatoren potenziellen, nicht werksunterstützten Teams einen Anreiz bieten, sich mit geleasten Wagen in der Zuschauer trächtigen Meisterschaft zu präsentieren. Tsp

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