Sport : Der Star steigert die Schwierigkeit Wasserspringer Hausding

startet als Favorit in Berlin

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Berlin - Alle starren natürlich auf Patrick Hausding, das muss man verstehen. Erstens kommt er aus Berlin, er startet für den Berliner TSC, er startet also quasi zu Hause, aber das ist eher nebensächlich. Viel wichtiger ist Hausdings Bilanz: Der Mann ist eine sportliche Sensation. Bei den Kunst- und Turmsprung-Europameisterschaften 2010 in Budapest gewann er Medaillen in allen fünf Disziplinen, das hatte noch nie jemand zuvor geschafft. Das allein schon sichert jetzt Aufmerksamkeit. Aber dann kommt noch die Frage: Hat er etwa noch etwas zuzulegen zum bisherigen Programm?

Hat er. Hausding präsentiert bei den deutschen Meisterschaften, die von heute an bis Sonntag in Berlin (Halle an der Landsberger Allee) stattfinden, einen neuen Sprung: den zweieinhalbfachen Auerbachsalto mit zweieinhalb Schrauben, Schwierigkeitsgrad 3,7, viel schwieriger geht es nicht mehr. Aber er muss diesen Sprung zeigen, die Konkurrenz legt ja auch zu. Zu den Stars der Meisterschaft gehören auch Sascha Klein, der zweifache Europameister, Pavlo Rozenberg und Stephan Feck, der mit Hausding EM-Silber im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett gewann.

Emotional anstrengend dürften die Meisterschaften auch für Maria Kurjo werden, die Turmspezialistin vom Berliner TSC. Sie hatte vor einem Jahr in Rostock beim Dreieinhalb Delphinsalto mit dem Kopf den Betonturm gestreift und war bewusstlos ins Wasser gefallen. Eigentlich wollte sie in Berlin diesen Sprung erstmals nach ihrem Unglück wieder im Wettkampf zeigen. Macht sie jetzt aber doch nicht: „Mein Trainer und ich haben es nicht geschafft, ihn rechtzeitig einzustudieren.“ Sie zeigt jetzt andere, weniger vorbelastete Sprünge. Der Trainer ist Jan Kretzschmar, und der hat sich geschworen, dass er nie einen Sprung genehmigt, bei dem er noch die leisesten Zweifel hat.

Die Finals beginnen heute um 17 Uhr, am Freitag und Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 12 Uhr. Frank Bachner

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