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Der Tabellenletzte wird vom Rücktritt des Trainers überrascht : Der VfB Stuttgart sucht einen Nachfolger für Armin Veh

Die Situation beim VfB Stuttgart wird immer dramatischer. Am Montag erklärt Trainer Armin Veh überraschend seinen Rücktritt.

Armin Veh musste mit den Tränen kämpfen.
Armin Veh musste mit den Tränen kämpfen.Foto: Imago

Armin Veh hat aus der sportlichen Krise des VfB Stuttgart radikale Konsequenzen gezogen. Der einstige Meistertrainer trat noch am Sonntag wenige Stunden nach dem 0:1 im Heimspiel gegen den FC Augsburg zurück. „Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen, weil mir der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen“, begründete Veh seine Entscheidung. "Letztlich musste ich aber so handeln, weil ich von der Richtigkeit dieses Schritts überzeugt bin.“ Damit endete die zweite, mit so vielen Hoffnungen auf einen sportlichen Aufschwung verbundene Amtszeit des einst gefeierten Meistertrainers nach nur 146 Tagen.

Der VfB Stuttgart steht damit vor einem kompletten Neuanfang. Ein Nachfolger für den entlassenen Sportdirektor Fredi Bobis ist noch nicht gefunden, und jetzt brauchen die Schwaben auch noch einen neuen Trainer. „Priorität ist, dass wir erstklassig bleiben", sagte VfB-Präsident Bernd Wahler zum Anforderungsprofil des neuen Trainers. Eine gewisse Erfahrung müsse Vehs Nachfolger mitbringe, zugleich solle er das Spiel des VfB voranbringen, schließlich verfüge der Klub über einen Kader, "der Potenzial hat". Man werde die Suche mit der nötigen Sorgfalt betreiben, kündigte Wahler an, aber auch "so schnell wie möglich" zum Abschluss bringen.

Dass der neue Mann schon am Freitag, beim Auswärtsspiel in Freiburg auf der Bank sitzt, ist laut Manager Jochen Schneider zumindest nicht ausgeschlossen. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Mannschaft dann von Vehs Co-Trainern Armin Reutershahn und Reiner Geyer betreut wird, die nun erst einmal aushilfsweise einspringen.

Vehs Entscheidung hat den Klub völlig unvorbereitet getroffen. In der Nacht nach dem Spiel habe man lange mit dem Trainer zusammengesessen und über die schwierige Situation diskutiert, berichtete Wahler. Die Versuche, Veh umzustimmen, blieben jedoch erfolglos. "Er ist der Überzeugung, dass ein Wechsel auf der Trainerposition notwendig ist, um in die Erfolgsspur zurückzufinden“, sagte der VfB-Präsident. „Wir respektieren seine Entscheidung, obwohl wir auch nach dem gestrigen Spiel von ihm und seiner Arbeit überzeugt waren.“ Durch das 0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg hatte sich die bedrohliche Lage des VfB weiter verschärft. Statt mit einem fest eingeplanten Sieg einen wichtigen Schritt aus der Abstiegszone zu machen, stecken die Stuttgarter nach einem Drittel der Saison tief im Abstiegskampf.

Der 2007 nach dem Gewinn des Meistertitels als "Zauber-Veh“ gefeierte Trainer hat es nicht vermocht, dem Team eine klare Struktur zu vermitteln. Veh hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Probleme wesentlich größer seien, als er gedacht habe. Aber so einen Absturz hatte auch er nicht erwartet. „Nach dem zwölften Spieltag nur neun Punkte ist mir in meiner langjährigen Trainerlaufbahn noch nie passiert“, sagte Veh, der am Mittag bei der Pressekonferenz des Klubs noch auf dem Podium saß und zwischenzeitlich mit Tränen zu kämpfen hatte. Der Mannschaft und ihm habe "einfach auch das notwendige Quäntchen Glück in vielen knappen Spielen“ gefehlt. Er sei sich sicher, dass der VfB schon bald wieder punkten werde, erklärte Veh.

Angesichts der zumeist uninspirierten und biederen Leistungen des VfB dürfte eine Wende zum Besseren unabhängig vom - momentan noch nicht feststehenden - Veh-Nachfolger auf absehbare Zeit eine schwierige Aufgabe zu werden. Der Kader hat allenfalls Durchschnittsformat; es fehlen herausragende Akteure, die den Rest der Mannschaft mitreißen und eine richtungweisende Spielkultur garantieren könnten. Selbst im Vorjahr, als der VfB unter drei verschiedenen Trainern bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern musste, stand er zum vergleichbaren Zeitpunkt als Tabellenachter (16 Punkte) gut da. (dpa/Tsp)

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