Sport : Der Tagesspiegel

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Von Ingo Wolff

Berlin. Die 15 steht groß und gelb auf der Spielzeituhr. Ein Raunen geht durch den Jahnsportpark. Kaum einer der 9200 Zuschauer hat sich nach dem Spielverlauf zwischen Berlin Thunder und Düsseldorf Rhein Fire vorstellen können, dass sich die Berliner die Punkte am dritten Spieltag in der NFL Europe noch nehmen lassen würden.

15 Sekunden fehlten bis zum ersten Sieg des Titelverteidigers in dieser Saison. Die Berliner führten mit 16:13, doch die Düsseldorfer waren in Ballbesitz - 19 Yards von der Endzone entfernt. Und dann passierte das, wovor sich die Fans so gefürchtet haben. Der Ball von Quarterback Tee Martin segelt Richtung Endzone, wird gefangen und über die Linie getragen. Der Schmerz im Publikum war förmlich zu spüren. Doch ihr Leid verlängerte sich noch. Denn Schiedsrichter Wagers entschied auf unvollständigen Pass. Also kein Touchdown, aber eine Strafe wegen Behinderung gegen Berlin. Eine merkwürdige Entscheidung.

Noch ein Versuch für Rhein Fire - wegen des Fouls an der Ein-Yard-Linie und neun Sekunden auf der Uhr. Doch diesmal funktioniert der Spielzug. Sechs Punkte für Düsseldorf, die Führung und damit der Sieg. Dass ausgerechnet Manfred Burgsmüller bei seinem Abschiedsspiel in Berlin den letzten Punkt mit dem Extrakick erzielt, ist in diesem Moment für die Zuschauer Nebensache. 16:20 (7:0, 6:3, 3:7, 0:10) steht auf der Anzeigetafel, Thunder mit drei Niederlagen in drei Spielen am Ende der Tabelle.

Dabei hatte das Spiel gut für die Berliner begonnen. Jörg Heckenbach bewies in den ersten drei Vierteln, dass er zu den besten deutschen Footballspielern gehört und mit den amerikanischen Profis durchaus mithalten kann. Der 27-jährige Receiver fing zwei Pässe in nicht gerade leichten Situationen. Der erste der beiden Pässe war mit 66 Yards Raumgewinn sogar der längste, den Heckenbach in der NFL Europe bisher fangen konnte.

Das war noch im ersten Viertel und führte nach dem Seitenwechsel zum ersten Touchdown für Thunder durch Running Back Mukala Sikyala. Der Kongolese konnte damit nach zwei eher schwächeren Spielen endlich seine im Trainingslager angedeutete Stärke ausspielen. Mit drei verwandelten Fieldgoals von Danny Boyd lag Thunder sogar mit 13:3 und 16:10 in Führung. Doch erneut fehlte den Spielern von Headcoach Peter Vaas wie schon in den beiden vorangegangenen Spielen die Abgebrühtheit, wichtige Spielzüge zu Punkten zu machen. Das blieb neun Sekunden vor Schluss Düsseldorf überlassen.

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