Sport : Der Tagesspiegel

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Gegen Schiedsrichter kann man eben keine Tore machen“, sagte Spaniens Verteidiger Miguel Nadal nach der 3:5-Niederlage am Sonnabend im Elfmeterschießen gegen Südkorea. Wieder einmal hatte ein Schiedsrichter ein Spiel entschieden. Damit wird die Schiedsrichter-Diskussion neu entfacht. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte vor kurzem die Leistungen der Referees heftig kritisiert. Schon die Italiener fühlten sich beim WM-K.-o. gegen die Südkoreaner im Achtelfinale vom Schiedsrichter betrogen. Nun auch die Spanier. Nach zwei Minuten der Verlängerung köpfte Fernando Morientes eine Flanke von Joaquin Sanchez ein. Doch anstatt auf Golden Goal entschied Schiedsrichter Gamal Al Ghandour aus Ägypten auf Abstoß. Sein Assistent Michael Ragoonath aus Trinidad hatte den Ball vor der Hereingabe im Toraus gesehen. Die Zeitlupe entlarvte die Fehlentscheidung. Schon zuvor war den Spaniern ein Treffer aberkannt worden. Bei einem Eigentor des Koreaners Kim Tae-young kurz nach der Pause wollte Ghandour ein Foul von Ivan Helguera erkannt haben. Die spanischen Spieler waren außer sich. „Wir wussten vorher, dass so etwas passieren konnte. Aber wir haben nicht gedacht, dass es in so kurzer Zeit schon wieder passiert“, sagte Mittelfeldspieler De Pedro und witterte wie schon die Italiener ein Komplott zu Gunsten der Gastgeber. Zuvor wurden bei der WM einer Reihe regulär erzielter Treffer die Anerkennung verweigert. Zwei Beispiele. Da war zunächst das Tor des Italieners Christian Vieri (Foto rechts) im Spiel gegen Kroatien. Schiedsrichter Graham Poll aus England wollte eine Abseitsstellung des Stürmers gesehen haben – eine klare Fehlentscheidung. Die Kroaten nutzten das und gewannen das Spiel 2:1. Ein anderes Beispiel entstammt dem Spiel Brasiliens gegen Belgien. Marc Wilmots (Foto Mitte) hatte im Achtelfinale ein Kopfballtor erzielt – regelkonform, wie die Fernsehbilder zeigten. Doch Schiedsrichter Peter Prendergast aus Jamaika gab das Tor wegen angeblichen Foulspiels nicht. Belgien wäre in Führung gegangen. So aber gewannen die Brasilianer und zogen ins Viertelfinale ein. Jetzt wurden die Spanier verpfiffen. Trainer José Antonio Camacho schäumte vor Wut und machte das Problem wieder einmal an der Herkunft der Unparteiischen fest: „Es ist ein Skandal, dass in solch einem Spiel Linienrichter aus diesen Ländern eingesetzt werden.“

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