Sport : Der Tagesspiegel

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FERNOST SO NAH

Hamanns Einsatz fraglich

Der Einsatz von Deutschlands Mittelfeldspieler Dietmar Hamann im Halbfinale am Dienstag gegen Südkorea ist wegen einer Knieverletzung ungewiss. Hamann habe sich die Bänder in seinem rechten Knie verletzt, sagte Teamchef Rudi Völler am Samstag. Der 28-Jährige habe sich die Blessur am Freitag gegen die USA zugezogen.

DFB-Protest gegen Gelbe Karte

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Samstag beim Weltverband Fifa Protest gegen die Gelbe Karte für Oliver Neuville eingelegt. Der Leverkusener war im Viertelfinale gegen die USA (1:0) von Schiedsrichter Hugh Dallas verwarnt worden. Der DFB begründet seinen Einspruch damit, dass das geahndete Foul nicht von Neuville, sondern vom eingewechselten Jens Jeremies begangen worden sei. Dies würden auch TV-Bilder belegen.

Kanzler Schröder ein „Hooligan“

Die spanische Zeitung „El Mundo“ hat Bundeskanzler Gerhard Schröder vorgeworfen, mit seiner Begeisterung für den Fußball zu weit zu gehen. „Der Kanzler verließ beim EU-Gipfel in Sevilla eine Schlüsselsitzung, nur um sich das Spiel Deutschland gegen die USA anzusehen“, schreibt das Blatt . „Schröder scheute auch nicht davor zurück, beim Siegtor aufzujubeln wie ein echter Fan aus der Fankurve.“ Das Blatt bezeichnete Schröder als „Hooligan“, setzte dieses Wort allerdings in Anführungsstriche. Die Sitzung, die der Kanzler zeitweise verlassen habe, sei kein lockerer Plausch gewesen, sondern eine Grundsatzdebatte über die Zukunft der EU .

Ronaldo verletzt

Der Einsatz von Brasiliens Stürmerstar Ronaldo im WM-Halbfinale am Mittwoch gegen die Türkei ist nach Angaben seines Mannschaftsarztes wegen einer Verletzung am linken Oberschenkel unsicher. „Manchmal dauern diese Verletzungen länger als erwartet“, sagte Brasiliens Teamarzt Jose Luis Runco. Ronaldo war am Freitag beim 2:1-Sieg Brasiliens im WM-Viertelfinale gegen England in der zweiten Spielhälfte ausgewechselt worden.

Ein Schiedsrichter wehrt sich

Schiedsrichter Byron Moreno aus Ekuador wehrt sich gegen die Korruptionsvorwürfe aus Italien. „Wenn die Italiener über Korruption sprechen, dann nur, weil sie es gewohnt sind, sie selber zu praktizieren“, sagte Moreno, der als Unparteiischer des WM-Achtelfinalspiels zwischen Italien und Südkorea (1:2 n.V.) in Italien als Hauptschuldiger für das Ausscheiden der Italiener angesehen wird. Moreno, der Totti in der Verlängerung eine sehr umstrittene Gelb-Rote Karte gezeigt hatte, soll nach Meinung von italienischen Zeitungen vom südkoreanischen Verband geschmiert worden sein.

Trapattoni bleibt

Italiens Verbandspräsident Franco Carraro hat einen vorläufigen Schlussstrich unter Italiens WM-Auftritt gezogen. Er bleibe genauso im Amt wie Trainer Giovanni Trapattoni, sagte Carraro in Rom.

Seaman darf weitermachen

Trotz seines Patzers zum 1:2 im Viertelfinale gegen Brasilien fliegt der 38-jährige englische Torhüter David Seaman nicht aus der Nationalmannschaft. Trainer Sven-Göran Eriksson stellte Seaman die Fortsetzung seiner Länderspiel-Karriere in Aussicht. „Wenn er bei Arsenal weitermacht und weiter der beste Torwart des Landes ist, wird er unabhängig vom Alter nominiert.“ Auch Eriksson denkt nicht an Rücktritt. Er kündigte an, seinen bis zur WM 2006 in Deutschland laufenden Vertrag sogar zu verlängern.

Inamoto zurück nach Japan

Japans Mittelfeldspieler Junichi Inamoto hat sein Europa-Gastspiel zumindest vorerst beendet. Der 22-Jährige kehrt von Arsenal London zum japanischen Klub Gamba Osaka zurück, der ihn vor einem Jahr nach England ausgeliehen hatte. Nach Angaben des J-League-Klubs wird Inamoto am 1. Juli seinen Dienst in Osaka antreten.

Fußball zur Kriegsführung

Halbfinalist Südkorea setzt in der psychologischen Kriegsführung gegen Nordkorea auf Fußball-Übertragungen. Seit Jahren wird die 240 Kilometer lange entmilitarisierte Zone von beiden Ländern dazu genutzt, um politische Propaganda über Lautsprecher in das andere Land zu verbreiten. „Die Weltmeisterschaftsübertragung ist Teil unserer psychologischen Kriegsführung", sagte ein Armeesprecher. Bis jetzt habe man aber noch keine Reaktion feststellen können. Jeder Sieg wird auf großen Reklametafeln an der Grenze angezeigt. In Nordkorea wurden einige WM-Spiele verspätet ausgestrahlt, allerdings nicht die der Südkoreaner.

Haft wegen Zugverspätung

Wegen eines angeblichen Anschlages auf den japanischen Schnellzug Shinkansen ist ein Engländer nach dem Aus im Viertelfinale gegen Brasilien festgenommen worden. Der Mann hatte aus Wut über die Niederlage eine Plastiktüte mit einem brasilianischen Trikot auf die Gleise geworfen. Da sich der sonst pünktliche Shinkansen dadurch um zwei Minuten verspätete, droht dem Briten wegen „Behinderung des Schienenverkehrs“ eine Haftstrafe bis zu einem Jahr oder ein Bußgeld von umgerechnet 500 Euro.

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