Sport : Der Tagesspiegel

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Millionen Brasilianer hoffen auf ihn, Millionen Türken fürchten ihn und alle Welt schaut auf ihn, wenn am Mittwoch um 13.30 Uhr das Halbfinale zwischen Brasilien und der Türkei in Saitama/Japan angepfiffen wird. Auf Rivaldo Victor Borba Ferreira, den Mann mit den zwei Gesichtern bei dieser Fußball-WM. Der 30-Jährige hat sowohl als Torjäger wie als Schauspieler Aufsehen erregt. Weil Ronaldinho gesperrt und Ronaldo angeschlagen ist, konzentrieren sich bei Brasilien die Erwartungen auf den Mann mit der Nummer 10. „Rivaldo muss beweisen, dass er auch in der Selecao Extraklasse ist“, sagt Brasiliens Fußball-Idol Pelé. Damit spricht er den Fans des Rekordweltmeisters aus den Herzen. Zu oft hat der Weltfußballer des Jahres 1999 in der Nationalelf die Erwartungen nicht erfüllt, wie bei der Niederlage im WM-Finale 1998 gegen Frankreich. Jetzt aber führt er die Torschützenliste mit Ronaldo und Miroslav Klose an. Dennoch, „der goldene Schuh ist nicht mein größtes Ziel“, sagt Rivaldo. „Ich will den WM-Pokal.“ Spätestens seit dem 2:1 über England, bei dem er kurz vor der Pause den Ausgleich schoss, ist der Mann aus Santa Cruz auch wieder Liebling der Brasilianer. „Ich möchte nicht wie Zico zu den großen Spielern gehören, die nie Weltmeister geworden sind“, sagte er danach. Die Jagd auf die Trophäe begann beim Gruppenspiel gegen die Türkei. In der 87. Minute nutzte Rivaldo einen umstrittenen Strafstoß zum 2:1. Das Spiel war fast vorbei, als der andere Rivaldo auftrat. Hakan Ünsal hatte ihm den Ball an den Oberschenkel geschossen und wurde vom Platz gestellt, weil sich der Brasilianer an den Kopf griff und auf dem Boden wälzte. Schiedsrichter Joo Young Kim fiel darauf herein. Kaum einer hätte gedacht, dass sich beide Teams im Halbfinale erneut begegnen würden. Und auch wenn der türkische Trainer Senol Günes das Wort Rache nicht in den Mund nimmt, hat die Motivation für die Türken nur einen n: Rivaldo. Denn entschuldigt hat er sich bislang noch nicht. Gerade deshalb bittet Günes sein Team: „Wer sich auf unfaire Art revanchiert, schwächt nur unser Team.“ Und ganz wohl scheint sich Rivaldo nicht in seiner Haut zu fühlen. „Senegal wäre mir als Gegner lieber gewesen“, gibt er zu. Foto: Reuters

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