Sport : Der Tagesspiegel

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FERNOST SO NAH

Die Spielerfrauen rücken an

In der Stunde des Triumphes zeigte Rudi Völler Herz und überraschte seine „Helden der Nacht“ mit einer Belohnung: Den Spielerfrauen von Deutschlands Fußballern wurde nach dem WM-Finaleinzug am Dienstagabend der Zutritt zu Tisch und Bett ihrer erfolgreichen Männer gewährt – zumindest für einige Stunden. Bis in die frühen Morgenstunden feierte die DFB-Delegation im „Sheraton Walker Hill“ und in der „Starlight-Bar“ im 16. Stock des Mannschaftshotels gemeinsam die erste WM-Endspielteilnahme nach zwölf Jahren.

Reise zum Finale ab 2000 Euro

Die Nachfrage nach Tickets für das Endspiel am Sonntag in Yokohama ist nach dem Finaleinzug der deutschen Nationalmannschaft sprunghaft gestiegen. Gestern lagen dem Deutschen Fußball-Bund rund 1800 konkrete Anfragen vor, hinzu kamen noch 250 Kartenwünsche von Fans in Asien. Der DFB verhandelt nun mit der Fifa, um mehr als die 1000 zuvor bestellten Tickets zu erhalten. Mehrere Reiseveranstalter bieten kurzfristig Trips nach Japan an. Mit Eintrittskarte kostet die Reise mindestens 2000 Euro.

Ehrenbürger Völler

Teamchef Rudi Völler soll Ehrenbürger seiner Heimatstadt Hanau wurden. Das kündigte Oberbürgermeisterin Margret Härtel (CDU) nach dem Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Halbfinale am Mittwoch in Hanau an. „Wir wollen die große Lebensleistung von Rudi Völler würdigen“, sagte Härtel.

Ehrenbürger Hiddink

Trotz der Halbfinal-Niederlage gegen Deutschland reißen die Ehrungen für Südkoreas Coach Guus Hiddink im Land des WM- Gastgebers nicht ab. Am Mittwoch beschloss die Stadtregierung von Seoul, den Niederländer zum Ehrenbürger zu ernennen. Hiddink lebt seit seinem Amtsantritt im Januar 2001 in der südkoreanischen Hauptstadt.

Meiers Mitleid mit Ballack

Der Schweizer Schiedsrichter Urs Meier zeigt Mitleid: Mit einer Gelben Karte hatte er Michael Ballack die Teilnahme am Endspiel verwehrt. „Sicher, er tat mir schon ein wenig leid“, sagte Meier der „Basler Zeitung“. Er gönne es jedem Spieler, an einem WM-Endspiel teilnehmen zu können. „Ich sah ihm die Enttäuschung an, als ich die Gelbe Karte zückte. Aber die Schuld liegt eher nicht bei mir, sondern bei ihm“, sagte Meier. Der Schiedsrichter wusste nicht, dass Ballack bereits mit Gelb vorbelastet war. „Ich habe vor dem Spiel bewusst darauf verzichtet, mich zu informieren, sonst hätte ich womöglich meine Linie verlassen.“

Brasilien lahm gelegt

Die meisten Büros in Brasilien sind am Mittwochvormittag leer geblieben. Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso hatte den Angestellten des öffentlichen Dienstes im Vorfeld des Halbfinales gegen die Türkei einen halben freien Tag geschenkt. Auch die Banken öffneten erst am Mittwochnachmittag ihre Schalter. Und die Börse in Sao Paulo öffnete erst um 12 Uhr.

Ahn will nicht mehr nach Italien

Das Management von Südkoreas WM-Star Ahn Jung-Hwan schloss eine Rückkehr des 26-Jährigen zum italienischen Erstligisten AC Perugia aus und kündigte einen Transfer auf die britische Insel, nach Spanien oder auch Deutschland an. Angeblich hat der Hamburger SV Interesse bekundet. Perugia hatte Ahn nicht mehr haben wollen, nachdem der Spieler die Italiener mit seinem Tor aus der WM geworfen hatte. Dann machte der Klub eine Kehrtwende. Nun will Ahn nicht mehr.

Toter nach Streit um WM

Bei einer Schlägerei während des WM-Halbfinalspiels zwischen Südkorea und Deutschland ist in Seoul ein 42-jähriger Südkoreaner getötet worden. Der Streit brach in einer Kneipe aus, in der das Spiel am Dienstagabend übertragen wurde. Der Mann habe sich über die lautstarke Anfeuerung eines anderen Koreaners beschwert.

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