• Der Teamchef schwärmt von den Frühreifen Konsequent, aber nicht um jeden Preis setzt Völler auf Verjüngung

Sport : Der Teamchef schwärmt von den Frühreifen Konsequent, aber nicht um jeden Preis setzt Völler auf Verjüngung

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Sofia (dpa). Im ersten Amtsjahr von Rudi Völler mussten sich Deutschlands beste Fußballer noch durch konstante Leistungen in der Bundesliga in die Nationalmannschaft hoch dienen. Jetzt hingegen setzt der Teamchef im großen Stil auf den Nachwuchs. So ungern er über den Umbruch in den Reihen des Vize-Weltmeisters redet, so konsequent treibt er die Verjüngung voran. 25 Jahre betrug das Durchschnittsalter des Kaders, den Völler mit zum Testspiel nach Bulgarien genommen hatte – gleich acht der 18 Spieler sind nicht älter als 23 Jahre. Das WM-Aufgebot war mit durchschnittlich 27,7 Jahren deutlich älter.

„Da ist keiner dabei, der in Gefahr geraten könnte, abzuheben. Die Spieler wissen ganz genau, wie sie sich einzustufen haben“, urteilt der Teamchef. Diesen Realitätssinn der neuen Profi-Generation habe er zu seiner aktiven Zeit selten beobachtet: „Früher hat dem einen oder anderen Spieler die frühe Berufung in die Nationalmannschaft nicht so gut getan.“ Überhaupt staunt Völler, wie frühreif und diszipliniert sich Spieler wie die WM-Fahrer Christoph Metzelder, Sebastian Kehl und Gerald Asamoah oder die neuen Hoffnungsträger Paul Freier, Daniel Bierofka, Arne Friedrich, Fabian Ernst und Tim Borowski präsentieren: „Es ist beeindruckend, wie mediengewandt und professionell die Jungs sind. Als ich in dem Alter war, war das noch ganz anders.“

Doch die Zeiten haben sich geändert, in der Bundesliga wie auch in der Nationalmannschaft. Geändert haben sich aber auch die Voraussetzungen für junge Spieler. Die Blitz-Karrieren der Dortmunder Defensiv-Kräfte Metzelder (21) und Kehl (22) haben nicht nur ihre Altersgenossen, sondern auch viele Trainer inspiriert. Immer mehr Verantwortliche in den Vereinen sind inzwischen bereit, Talente in ihren Profimannschaften auszubilden und auch einzusetzen. Die Folge: Die in der aktuellen U-21-Auswahl des neuen Junioren-Trainers Jürgen Kohler vertretenen Kräfte verfügen fast alle über Spielpraxis in der Bundesliga.

Sie alle wollen ihre Karrieren vorantreiben wie Kehl und Metzelder. „Man kann sich ein Beispiel an ihnen nehmen“, sagt der Bochumer Mittelfeldspieler Paul Freier, „sie sind ins kalte Wasser geworfen worden und haben ihre Chance genutzt.“ Bei aller Euphorie kalkuliert Völler auch Rückschläge ein. „Die Jüngeren müssen auch noch durch das ein oder andere Tief gehen, um ganz Große zu werden. Da müssen wir Trainer auch Geduld aufbringen“, sagte der Teamchef.

Von einem radikalen Umbruch hält er nichts, Völler setzt vielmehr auf einen kontinuierlichen Verjüngungsprozess: „Wir müssen eine gesunde Mischung finden aus Talent und Erfahrung.“ Da derzeit die Jugend zahlenmäßig zu stark vertreten ist, warnte der Teamchef bereits, dass zum Start der EM-Qualifikation am 7. September in Kaunas gegen Litauen „ein jüngerer Spieler mal nicht eingeladen wird“. Denn maßgeblich sei nicht, einen Perspektivkader für die WM 2006 aufzubauen, sondern die Qualifikation für die Europameisterschaft 2004 in Portugal. Und da zähle allein die Leistung, sagt Völler, „da müssen die besten Spieler dabei sein, ob der eine etwas älter und der andere etwas jünger ist, ist egal“.

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