Sport : Der temporäre Apfelring

Nicolas Diekmann

Es gibt diese Apfelringe aus Fruchtgummi. Sie sind grün und weiß und mit Zucker bestäubt. Und auch wenn man sie nicht mag, gehören die Apfelringe in die Erste Liga deutscher Süßwaren. Das tut das grün-weiße Greuther Fürth seit dieser Saison auch. Allerdings muss nach sieben Spieltagen festgestellt werden, dass die Franken eine Spielklasse tiefer besser aufgehoben waren.

In den letzten elf Jahren wurde Fürth siebenmal Fünfter und einmal Vierter am Ende der Saison. Das Mantra der Unaufsteigbaren ärgerte den Verein zwar, doch bekamen die Zuschauer teilweise mitreißende Spiele geboten und vor allem Siege ihrer Mannschaft. Natürlich sind München, Schalke, Dortmund attraktivere Gäste als Ahlen oder Koblenz. Immerhin aber gab es Grund für Ehrenrunden und Zaunbesteigungen. Und da waren Spiele, an die man sich erinnern wird. Wie im vorigen Jahr das Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund, wo der Zweitligist 121 Minuten lang an der Sensation kämpfte. Die Zweite Liga kann Spaß machen – und für einige Mannschaften ist es das passende Biotop. Doch dann kam der Aufstieg und mit ihm die grenzenlose Euphorie in der Stadt. Das Stadion wurde ausgebaut, der gebürtige Fürther Henry Kissinger hatte sich für ein Heimspiel angekündigt. Und auch Erfolgstrainer Mike Büskens verlängerte nach einigem Zögern seinen Vertrag. In den ersten vier Bundesliga-Heimspielen in der Geschichte des Vereins setzte es nun vier Niederlagen. Die Fürther Fans warten noch immer auf den ersten Treffer im eigenen Stadion. Im letzten Jahr verlor die Mannschaft ebenfalls viermal – in der gesamten Zweitligasaison.

Seit 2010 ist die Fürther Heimstätte nach dem Süßwaren-Hersteller Trolli benannt. Und trotz der farblichen Übereinstimmung mit den Apfelringen passt ein anderes Produkt besser zu Fürth: Trolli stellt auch die weniger populären Pfirsichringe her – eindeutig die Zweite Liga deutscher Süßigkeiten.

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