Sport : Der Tiger elektrisiert die Massen

Mit Woods an der Spitze: Die Golfmillionäre machen Station vor den Toren Hamburgs

Wenn die Tourkarawane der Golfmillionäre bei der "Deutsche Bank - SAP Open" ab Donnerstag im Norden Hamburgs vor den Toren von Gut Kaden Halt macht, steht Deutschlands Ausnahmegolfer Bernhard Langer zum zweiten Mal in seiner Heimat im Schatten von Eldrick Tiger Woods. Der weltbeste Golfspieler elektrisiert wie schon im vergangenen Jahr bei seinem Sieg vor insgesamt 70 000 Zuschauern in St. Leon-Rot wieder die Massen. Die Popularität von Bernhard Langer reicht trotz seiner weltweit mehr als 60 Turniersiege nicht aus, um den amerikanischen Superstar und Dollar-Werbemillionär aus den Schlagzeilen zu drängen.

Der zweite Auftritt des 24-jährigen Weltranglistenersten in Deutschland wird begleitet von einem exklusiven Teilnehmerfeld, das auf dem europäischen Kontinent mit neun Spielern aus den Top Twenty der Welt seinesgleichen sucht. Der Sieger des Turniers in Alveslohe - das Preisgeld wurde von 3,3 auf erstaunliche 5,2 Millionen Mark erhöht - verdient rund 900 000 Mark und erhält für fünf Jahre die Tour-Karte für Europa. Tiger Woods trifft auf dem Par-72-Kurs aber nicht nur auf seine mit Spannung erwartete europäische Herausforderung, den 20-jährigen Spanier Sergio Garcia sowie auf Langer, der diese inoffizielle Europameisterschaft der Profis 1983 und 1995 gewann.

Zu den härtesten Konkurrenten für den Favoriten gehören auch die beiden neuen PGA-Turniersieger Jesper Parnevik aus Schweden nach dem Triumph bei den Byron Nelson Classic (USA) und der Masterssieger von 1999, Jose Maria Olazabal (Spanien), nach Platz eins bei den Open in England. Dazu lauern Europas Nummer eins und der derzeitige Weltranglisten-Dritte, Colin Montgomerie (Schottland), sowie Ernie Els (8./Südafrika), Nick Price (10./Simbabwe) und Lee Westwood (11./England) mit insgesamt 15 diesjährigen PGA-Toursiegen darauf, Woods ein Bein zu stellen.

"Ich werde meinen Auftritt wieder genießen", sagte Woods vor seinem Abflug aus Orlando in Florida mit seinem elfsitzigen Gulfstream-Jet und dem Ziel Hamburg-Fuhlsbüttel. Woods, der im Hamburger Nobelhotel "Atlantic" in der Präsidenten-Suite residiert, bringt wie von ihm gewohnt vier Bodyguards mit. Allein im vergangenen Jahr kassierte der teuerste Profi der Welt umgerechnet rund 15 Millionen Mark Preisgeld für elf Tour-Siege und 150 Millionen aus Werbeeinnahmen. Sein vierter Rang hinter Parnevik am Sonntag katapultierte sein Preisgeld nach drei PGA-Toursiegen, drei zweiten Plätzen und acht Top-Ten-Platzierungen bei nur neun Starts in dieser Saison auf allein 3,6 Millionen Dollar.

"Viel mehr drauflegen können wir nicht mehr. Wir sind an der obersten Grenze angekommen", sagte Turnierdirektor Harald Hartmann auf die Frage nach der Zukunft des hoch dotierten PGA-Wettbewerbs. "Wir brauchen uns keine Illusionen zu machen, dass wir ein Abonnement auf Woods haben. Wer glaubt, wir erreichen oder überflügeln womöglich die Qualität eines der vier Major-Turniere, ist ein Fantast. Das ist gar nicht unser Ziel."

Das Geld allein ist aber Garant, diese außerordentliche Konkurrenz in Deutschland auf die Beine zu stellen. Auf mehr als zehn Millionen Mark wird der Etat für das erste von nur noch drei deutschen PGA-Turnieren mit den BMW Open und German Masters geschätzt. Das älteste deutsche Turnier, die German Open, ist mangels Titelsponsor aus dem diesjährigen Kalender gestrichen. Pro Tag werden diesmal nur 20 000 Zuschauer auf die Anlage gelassen. 5000 Karten liegen an den Tageskassen. Mit 80 000 Besuchern rechnet Hartmann, der unter den 156 Startern mindestens elf deutsche Profis wie Alexander Cejka (München), Sven Strüver (Hamburg) und Thomas Gögele (Semlin) dabei hat.

Auch der Schotte Paul Lawrie, der im 1999 die British Open gewann - das einzige europäische Turnier, das mit 5,6 Millionen Mark Preisgeld noch höher im Kurs steht - ist mit dabei. "Es gilt, der US-Tour Konkurrenz zu machen und die Abwanderung der Besten auf diese auch in ihrer Wertigkeit für die Weltrangliste lukrativere Turnierserie zu stoppen. Wir wollen die Schere zwischen den Standards konsequent schließen", betonte Turnierdirektor Hartmann.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben