Der Titelverteidiger unterliegt starken Schweden : Griechenland - Schweden 0:2

Griechenland ist beim erneuten Ansturm auf Europas Fußball-Gipfel schon am ersten Anstieg gestrauchelt. Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel unterlag am Dienstag in Salzburg 0:2 (0:0) gegen den vermeintlich leichtesten Vorrundengegner Schweden und steht gegen Russland und Gruppenfavorit Spanien bereits unter Zugzwang. Die Russen sind nach dem 1:4 gegen Spanien am Samstag erneut in Salzburg nächster griechischer Gegner.

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Die Schweden feiern ihren Sieg. -Foto: dpa

SalzburgZlatan Ibrahimovic mit seinem ersten Länderspieltor seit fast drei Jahren ebnete in der 67. Minute den Weg zum Sieg, Petter Hansson erhöhte auf 2:0 (71.). Bis dahin mussten die 31 063 Zuschauer im ausverkauften Stadion fast ohne Torraumszenen auskommen. Am über eine Stunde trostlosen Kick hatten weniger die pfeifenden Zuschauer, dafür die Statistiker ihre Freude: Schweden schaffte gegen Griechenland den ersten Sieg seit 88 Jahren. Hellas-Torwart Antonios Nikopolidis wurde nach 425 Minuten bei Europameisterschafts-Spielen erstmals wieder bezwungen.

Bestraft für die Mauer-Taktik

Der Titelverteidiger, der mit 31 Punkten die erfolgreichste Qualifikation absolviert hatte, blieb jeden Nachweis spielerischer Offensiv-Klasse schuldig und wurde für seine Mauer-Taktik bestraft. Aus der gewohnt stabilen Abwehr begann Griechenland bei zunächst schwülem, dann stürmischem Wetter. Gleich drei Innenverteidiger sollten die beiden schwedischen Angreifer Henrik Larsson und Zlatan Ibrahimovic stoppen. Bundesliga-Profi Theofanis Gekas (Bayer Leverkusen) bildete die einzige echte Sturmspitze, Angelos Charisteas (1. FC Nürnberg) agierte auf dem rechten Mittelfeldflügel. Ibrahimovic wurde vom Noch-Frankfurter Abwehrspieler Sotirios Kyrgiakos in Manndeckung genommen, dessen Teamkollege Ioannis Amanatidis hingegen musste vorerst auf der Bank Platz nehmen. Bereits nach einer Minute bekam Schwedens Abwehrrecke Hansson eine Kostprobe griechischer Härte zu spüren, als er von Charisteas von den Beinen geholt wurde. Der Torschütze zum 1:0 Griechenlands im EM- Endspiel von 2004 gegen Portugal erhielt für das harte Einsteigen die Gelbe Karte.

Wenig später aber fiel Charisteas mit seinen technischen Fähigkeiten auf und prüfte nach einem Solo auf dem rechten Flügel Schwedens Schlussmann Andreas Isaksson. Gegen das Erfolgsrezept Rehhagels eines fest angerührten Abwehrbetons fanden die Schweden zunächst kein Mittel. Erst nach 33 Minuten geriet das Tor von Nikopolidis erstmals in Gefahr. Ibrahimovic verlängerte mit dem Rücken zum Tor eine weite Flanke per Hinterkopf, doch der Ball ging über knapp die Latte. Insbesondere die Griechen zogen sich mit andauerndem Ballgeschiebe in der eigenen Hälfte den Unmut der Zuschauer zu. Die Schweden ließen sich davon aber nicht locken und agierten weiter vorsichtig. Für Totalausfall Gekas, der nur durch eine verheerende Zweikampfbilanz aufgefallen war, kam zu Beginn der zweiten Hälfte Giorgios Samaras. Bezeichnend war, dass ein Schwede für die größte griechische Torchance sorgte: Hansson sorgte per Kopf fast für das 0:1. Im Gegenzug stellte Ibrahimovic seine Extra-Klasse unter Beweis. Nach Doppelpass mit Sebastian Larsson traf der Stürmer von Inter Mailand von der Strafraumgrenze in den linken Torwinkel. Geschockt vom Rückstand leisteten sich die nach der Amanatidis-Einwechslung mit drei Stürmern angreifenden Griechen einen folgenschweren Abwehrpatzer. Gegen drei Spieler bugsierte Hansson den Ball aus kurzer Distanz über die Linie und entschied die Partie. (ps/dpa)

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