• Der Tormann von Tennis Borussia ist genau der Mann, den sich TeBe-Trainer Schäfer wünscht

Sport : Der Tormann von Tennis Borussia ist genau der Mann, den sich TeBe-Trainer Schäfer wünscht

Benedikt Voigt

Wenn sich Winfried Schäfer einen Ersatzspieler basteln könnte, dann würde dieser große Ähnlichkeit mit Roman Görtz besitzen. "Ich arbeite nicht gegen Andreas Hilfiker, ich unterstütze ihn", sagt der zweite Schlussmann von Tennis Borussia. Brav. Hatte nicht Trainer Schäfer zuletzt gefordert, dass sich die Spieler nicht mehr gegenseitig kritisieren dürfen? Wenn Görtz dann die Nummer eins für 48 Spielminuten vertritt, wie am Sonntag gegen die Stuttgarter Kickers (2:0) geschehen, bringt er eine tadellose Leistung und denkt dabei noch an den Konkurrenten. "Ich denke, ich habe im Sinne von Andreas gespielt - zu null."

Mit seinen Einwechselspielern hatte Winfried Schäfer zuletzt so seine Probleme gehabt. Ansgar Brinkmann und Matthias Hamann, der gegen Stuttgart sein erstes Saisontor schoss (63.), hatten sich vor drei Wochen über ihr Reservistendasein beschwert. Wie Stürmer Sasa Ciric seine neue Aufgabe als Einwechselspieler aufnimmt, lässt sich nur ahnen. "Ich gebe keine Interviews mehr", sagt der mazedonische Nationalspieler grimmig. Nach der Niederlage von Fürth (0:2) hatte der Stürmer noch offen über die Probleme bei Tennis Borussia geredet. Gegen Stuttgart kam Ciric erst nach der Pause ins Spiel, und schoss prompt sein fünftes Saisontor (57.). Von Jubel war beim Neu-Reservisten wenig zu sehen. Schäfer bemüht eine seltsame Fußball-Arithmetik, um Ciric ruhig zu stellen: "Wir haben zwölf Stammspieler und der Sasa gehört auch dazu." Gespielt wird allerdings auch bei Tennis Borussia mit elf.

Zu dieser Zahl zählt Roman Görtz mit Sicherheit nicht. "Andreas Hilfiker ist als Nummer eins gesetzt", weiß der 26-Jährige. Um zu Spielpraxis zu kommen, half der Vertragsamateur unlängst sogar bei den Amateuren in der Regionalliga aus. Am Sonntag verhalf ihm die Kopf-Verletzung Hilfikers zu seinem zweiten Einsatz bei den Profis. "Das ging so schnell, ich hatte gar keine Zeit, um nervös zu werden." Drei Bälle bekam der sympathische Keeper zu halten. Die spektakuläre Fußabwehr gegen Sailer kommentiert Görtz bescheiden: "Den habe ich eben aufs Bein gekriegt." Sein erstes Heimspiel habe Lust auf mehr gemacht.

Doch damit sieht es schlecht aus. Hilfiker wird wohl am Sonntag beim VfL Bochum wieder im Tor stehen. Görtz will daraus nach dem Auslaufen seines Vertrages zu Saisonende seine Konsequenzen ziehen. "Ich sitze jetzt das dritte Jahr auf der Bank", sagt Görtz, "mit 26 Jahre muss ich sehen, ob ich nicht irgendwoanders spielen kann." Ihm und seiner Frau würde ein Wegzug aus Berlin schwerfallen, weshalb das Vorhaben Vereinswechsel noch nicht ganz ausgereift ist. Dass Görtz nicht die Nummer zwei im Tor bleiben will, muss Schäfer erfreuen. "Wenn ein Spieler mit seiner Ersatzrolle zufrieden ist, wird er verkauft", hat der Trainer gesagt. Selbst in puncto Unzufriedenheit genügt Görtz also den Ansprüchen seines Trainers.

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