Sport : Der Trainer als Pressesprecher

Hans Zach und sein Machtkampf im Kölner Eishockey

Christiane Mitatselis

Köln. Der Inhalt der Mitteilung der Kölner Haie war kurz und trocken. Der Verein löse den bis 2005 gültigen Vertrag mit Geschäftsführer Holger Rathke auf, hieß es. Die Trennung erfolge im beiderseitigen Einverständnis. Das ist wohl nicht mal die halbe Wahrheit. Rathkes Abgang ist das Ergebnis eines internen Machtkampfes bei den Haien, den Trainer Hans Zach für sich entschieden hat. Rathke war beim Klub für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, seit 1999 war er im Amt. In dieser Zeit wurden die Haie zu einem der professionellsten Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Gleich nach Amtsantritt im August 2002 geriet Coach Zach mit dem Geschäftsführer aneinander. Zach machte Rathke für negative Schlagzeilen über die Haie verantwortlich. „Es gibt hier einen Pressesprecher, der alles steuert“, hatte Zach schon in der vergangenen Saison gesagt. Rathke konterte: „Auch ich bin nicht in der Lage, aus fünf Niederlagen fünf Siege zu machen.“ Früher, in seiner Zeit als Journalist hatte Rathke sich schon mal in einem Artikel negativ über Zach geäußert. Offenbar hatte das der Trainer nicht vergessen. Jetzt, nach seinem Abschied, sagt Rathke: „Zach ist mir von Anfang an mit Misstrauen begegnet. So ging es nicht weiter.“ Vor einem Jahr, als der Konflikt zum ersten Mal aufflammte, stärkte Klubchef Heinz-Hermann Göttsch, obwohl er als Zach-Fan gilt, noch seinem Geschäftsführer den Rücken. Dass sich Göttsch nun für den Trainer entschied, liegt wohl daran, dass er Zach zu einer Vertragsverlängerung bewegen will. Der Vertrag des 54-Jährigen läuft im April kommenden Jahres aus. Immer wieder hat Zach betont, er bleibe nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Der Trainer bestreitet, dass Rathkes Abgang dazu gehört. Der Geschäftsführer habe gute Arbeit geleistet, sagt Zach. „Auch wenn Rathke geht, heißt es nicht, dass ich jetzt unterschreibe.“

Zach sagt aber auch: „Es gibt nur meinen Weg.“ Und den kann er nun ungehindert gehen. Rathkes Stelle wird nicht neu besetzt. Der frühere Fußballprofi Thomas Eichin, bislang für Marketing zuständig, soll die Aufgaben des Geschäftsführers mit übernehmen. Um die Öffentlichkeitsarbeit will sich der Trainer nach eigener Aussage nun selbst kümmern. Das entspricht sicher nicht Holger Rathkes Auffassung von Öffentlichkeitsarbeit.

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