Sport : „Der Trainer interessiert mich nicht“

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Herr Friedrich, seit zwei Tagen joggen Sie nun bei Ihrem neuen Arbeitgeber Hertha BSC über den Fußballplatz. Und trotzdem können Sie immer noch lachen. Ihnen scheint der Job ja richtig gefehlt zu haben.

Ist doch verständlich, oder? Ich konnte in Bielefeld wochenlang nicht Fußball spielen, sondern lag mit einer Sprunggelenksverletzung im Krankenhaus und wurde operiert. Als ich dann halbwegs wieder fit war, begann leider schon die Sommerpause. Allerdings konnte ich so die vergangenen Wochen gut zur Regeneration nutzen. So schlimm war die Sommerpause also doch nicht. Ich spüre die Verletzung nicht mehr

Ihr Wechsel von Arminia Bielefeld zu Hertha BSC steht seit Monaten fest. Warum haben Sie sich für Berlin entschieden?

Ganz einfach, Herthas Manager Dieter Hoeneß hat mich überzeugt. Der Klub hat ein Riesenpotenzial, auch die Stadt. Die Perspektiven sind riesig hier.

Argumentieren nicht alle Manager so? Sie sollen auch Angebote anderer Bundesligisten gehabt haben.

Ja, die Bayern, Dortmund und Leverkusen waren auch an mir interessiert.

Und was, bitteschön, hatte Herr Hoeneß gegenüber diesen hochkarätigen Klubs für bessere Argumente?

Herr Hoeneß war der Erste. So einfach ist das. Er hatte schon sehr früh Kontakt zu mir aufgenommen, im November, und auch die Art, wie er sich in Bielefeld um mich bemüht hat, das war schon sehr beeindruckend.

Aber im November war doch noch Jürgen Röber Trainer von Hertha BSC...

...Jürgen Röber hat bei den Vertragsverhandlungen überhaupt keine Rolle gespielt. Mit ihm hatte ich keinen Kontakt. Mich interessiert ja auch nicht der Trainer, sondern die Perspektive, die mir in Berlin geboten wird. Irgendwann im Frühjahr habe ich dann erstmals mit Huub Stevens, meinem neuen Trainer in Berlin, gesprochen.

Huub Stevens hat den Ruf, ein harter Trainer zu sein.

So schlimm kann Stevens nicht sein. Sonst hätte er mit Schalke nicht die Erfolge gehabt.

Sie sind als junger Spieler aus der Provinz in die Großstadt gewechselt. Andere haben Probleme mit diesem Schritt gehabt.

Ich bin am Donnerstag umgezogen, endgültig, und was ich bislang von dieser Stadt gesehen habe, das ist wirklich anders als in Bielefeld, viel größer, professioneller. Ich habe jetzt eine kleine Wohnung gefunden, in Wilmersdorf, meine Freundin kommt auch. Die Umstellung ist kein Problem.

Herthas Manndecker Denis Lapaczinski hat sich vor einem Jahr ähnlich ausgedrückt, als er aus Reutlingen kam. Dennoch hat er ein halbes Jahr gebraucht, um sich zu integrieren.

Ich habe es vielleicht einfacher als der Denis. Ich kenne ja einige Kollegen, den Benjamin Köhler zum Beispiel, oder den Konditionstrainer, beide aus der U21-Nationalmannschaft.

Sie werden schon mit der Nationalmannschaft 2006 in Verbindung gebracht.

Nun bleiben wir mal bitte ruhig. Ich komme aus der Zweiten Liga, ich will hoch in die Bundesliga. Der Rest kommt von alleine.

Das Gespräch führte André Görke

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