Sport : Der Trainer ist der Star

Warum sich Hans Zach in Hannover so wohlfühlt

Claus Vetter

Berlin - Hans Zach ist dort, wo es ihm gut gefällt – in Hannover. Das will etwas heißen, schließlich ist der Eishockeytrainer bekennender Tölzer. Allerdings hat er schon mal durchblicken lassen, dass er die Heimat wohl auch deshalb so bezaubernd findet, weil er nur sporadisch dort ist. So ist das ja oft mit den schönen Dingen im Leben, und warum sich der kantige Bayer in Niedersachen so wohlfühlt, ist auch klar: Mit den Scorpions hat er den Klub gefunden, der zu ihm passt. Dort lässt ihn sein Freund und Manager Marco Stichnoth frei schalten. Zach kann junge Profis fördern und in Ruhe Erfolg haben, ohne mit gewaltigem Druck leben zu müssen. „Ich will mit der Mannschaft in die Play-offs“, sagt er. „Das ist alles.“

Die Scorpions, einst eine graue Maus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), sind nach 13 Spielen Tabellenvierter. „Es läuft ganz gut bei uns“, sagt Zach, „obwohl wir keine großen Namen haben.“ Den Trainer ausgenommen: Denn Zach zieht im Eishockey, weil er Erfolg hatte mit Düsseldorf, Kassel oder auch als Bundestrainer. Und weil er polarisiert. Der temperamentvolle Tölzer verleiht den zurückhaltenden niedersächsischen Scorpions mit seiner Präsenz den Glanz, der ihnen fehlte. Denn wo Zach ist, ist automatisch etwas los. Das war nur in seinen vier Jahren in Köln nicht so, dort konnte er die Erwartungen mit nur einer Finalteilnahme nicht erfüllen. Und dann soll Zach ja mal gesagt haben, dass die Haie das Bayern München des Eishockeys werden können. Wurden sie aber unter ihm nicht.

Nun ist Hans Zach in Hannover. Dort hat er „ein sehr gutes Umfeld“, wie er sagt. „Aber ich hatte überall ein gutes Umfeld.“ Natürlich hat er bei den Scorpions das Team zum Saisonanfang passend zum Trainer geformt, Topscorer Robert Hock weggeschickt – eine öffentlich ausgetragene Schlammschlacht mit Hock inklusive. Aber Zach ist eben Zach, und schließlich hat er viel für das deutsche Eishockey getan und macht es noch, auch wenn sich der 57 Jahre alte Trainer in Hannover beim Aufbau der klubeigenen Nachwuchsabteilung zurückhält. „Da schaut’s hier nicht so gut aus, aber da reibe ich mich nicht auf. Die Probleme im Sport fangen schon im Kindergarten an.“ Der Sportunterricht im Lande sei zu schlecht. Nur als Ausnahmen gäbe es Eishockey-Klubs, die eine gute Nachwuchsarbeit machen, Mannheim oder die Berliner Eisbären, heute zu Gast in der Tui–Arena (14.30, live auf Premiere).

Der Deutsche Meister ist nach dem 3:6 in Duisburg am Freitag und nur fünf Siegen in 15 Spielen mächtig unter Druck. Zach allerdings sagt: „Die Eisbären sind gefährlich, unberechenbar, nicht einzuschätzen.“ Hans Zach sagt dies in einem netten Tonfall. Er schätzt die Arbeit, die bei den Eisbären gemacht wird und er will sie nicht schwach reden. Typisch Hans Zach, der selten etwas Schlechtes über seine Gegner sagt.

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