Sport : Der Trainer staunt

Deutsche Volleyballerinnen besiegen Tschechien 3:0

von
Einhändig gegen zweihändig. Heike Beier (l.) und Tschechiens Martina Utla. Foto: AFP
Einhändig gegen zweihändig. Heike Beier (l.) und Tschechiens Martina Utla. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Wenn Giovanni Guidetti über seine Mannschaft, die deutschen Volleyballerinnen, spricht, gerät er regelmäßig ins Schwärmen. „Ich arbeite seit über zwölf Jahren als Trainer“, sagt der Mann aus Modena, „aber so, wie dieses Team denkt, arbeitet und spielt, das habe ich noch nie erlebt.“ Tatsächlich strahlt die deutsche Mannschaft genau das aus, was ihr der 38-Jährige auf der Bank vorlebt: Begeisterung und Hingabe. In den Worten Guidettis klingt das so: „Mein Team ist immer motiviert, gibt nie auf und hat immer den Glauben, alle schlagen zu können.“

Das führt dazu, dass sich die Deutschen in der internationalen Szene den Ruf des Favoritenschrecks erworben haben. Obwohl sie ihren Gegnern körperlich meist unterlegen sind, gelingt es ihnen immer wieder, diesen Nachteil durch leidenschaftliche Auftritte zu kompensieren. Bei der zur Zeit in Japan stattfindenden WM hat Guidettis Ensemble bislang eine Bilanz von fünf Siegen und zwei Niederlagen erschmettert und ist damit auf dem besten Weg, die Vorgabe zu erreichen, am Ende unter den besten acht zu landen.

Am frühen Sonntagmorgen gewann Deutschland gegen Tschechien 3:0 (25:8,25:17, 25:16) und bot dabei eine beeindruckende Vorstellung. Hinterher brach die Begeisterung wieder aus Guidetti heraus: „Mein Team hat dieses Spiel nicht so gespielt, wie ich das vorgegeben hatte, sondern noch viel besser. Wir haben im gesamten Match nur vier Fehler gemacht, das ist eine unglaubliche Quote.“ Noch dazu vor dem Hintergrund, dass die Mannschaft am Tag zuvor gegen Italien eine bittere Niederlage hatte einstecken müssen. Fast zwei Sätze lang hatte der Außenseiter den Weltmeister von 2002 beherrscht, doch als es nicht gelang, einen von fünf Satzbällen zu verwerten und vorentscheidend mit 2:0 Sätzen in Führung zu gehen, brachen die deutschen Spielerinnen vollständig ein.

Es sind schon viele Mannschaften an solchen Erlebnissen zerbrochen. Die deutschen Spielerinnen gingen mit der deftigen Schlappe auf ihre Weise um: Sie lächelten und nahmen sich vor, es besser zu machen. Keine 24 Stunden später zauberten sie gegen Tschechien eine beeindruckende Leistung auf das Parkett. Entsprechend angetan war Spielführerin Christiane Fürst: „Ich bin sehr stolz auf unser Team, dass wir nach den Erlebnissen von gestern so eine großartige Leistung gezeigt haben.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar