Sport : Der Traum vom Fernseh-Boom

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Wie man es nicht macht, hat die Basketball-Weltmeisterschaft in Indianapolis gezeigt. In der Vor- und Zwischenrunde verpasste der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ARD regelmäßig den Spielbeginn und schaltete erst spät zu bereits laufenden Partien. Das dramatische Halbfinale von Deutschland gegen Argentinien bekamen die Basketball-Fans nur ab dem dritten Viertel live im Fernsehen zu sehen, und vom Spiel um Platz drei lief nur eine Zusammenfassung kurz vor Mitternacht.

Natürlich hatten die Basketballer auch Pech, weil sie bei der Sendezeit mit einem Fußball-Länderspiel und dem zweiten Kanzlerduell übermächtige Konkurrenz hatten. Am schlimmsten freilich wäre für die Sportart ein basketballfreier Bildschirm gewesen. Dieses Szenario wäre aufgrund der Kirch-Krise beinahe Wirklichkeit geworden. Doch nun meldet Bundesliga-Commissioner Otto Reintjes: „Es geht weiter."

Wie in der vergangenen Saison zeigen DSF und Sat1 die Basketball-Bundesliga. Und zwar sonntags. Um 14.45 Uhr überträgt das DSF ein Bundesligaspiel live, ab 18.35 Uhr fasst Sat1 den gesamten Spieltag zusammen. „Super-Sonntag" nennen das die Fernsehstrategen von Sat1. Nach dem Basketball berichtet der Sender im „ran“-Studio über die beiden Fußball-Bundesligaspiele vom Sonntag.

Eine solche Anbindung an den Fußball hat dem Basketball in der vorvergangenen Saison beträchtliche Zuschauerquoten beschert. Und die Präsenz auf dem Bildschirm ist wichtig für das Image und die Sponsorensuche. Die Basketball-Bundesliga (BBL) unternimmt noch weitere Anstrengungen, um den Bekanntheitsgrad zu fördern. Sie bringt gemeinsam mit der „Basketball-Zeitung" ein monatliches Magazin heraus und schaltet künftig im Kino Basketball-Werbespots.

Illusionen auf einen Basketball-Boom machen sich trotz der WM-Bronzemedaille der Nationalmannschaft in den USA nur die wenigsten. Auch aus dem guten Abschneiden bei der EM entwickelte sich für die Bundesliga kein Höhenflug. Reintjes sagt inzwischen: „Der WM-Erfolg ist punktuell sicher nützlich, doch Wunderdinge sollte man sich davon nicht versprechen." Benedikt Voigt

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