Sport : Der traurige Meister

BC Eintracht Südring will zum fünften Mal den Titel holen

Jörg Petrasch

Berlin. Der Abschied naht, es ist ein ungewöhnlicher Abschied. Der BC Eintracht Südring und Bayer Uerdingen, zwei Mannschaften, die in Deutschland zuletzt den Ton im Badmintonsport angaben, bestreiten heute in Krefeld und am Sonntag in Berlin (14 Uhr, Kohlfurter Straße) die Finals um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Danach werden sich Sieger und Besiegter zusammensetzen und kräftig feiern. Hinterher trennt man sich – wohl auf Nimmerwiedersehen. Südring und Uerdingen verschwinden aus der Bundesliga, beide Klubs ziehen ihre Mannschaften zurück. Es fehlt an Geld. Eintracht-Manager Rainer Behnisch konnte bei Sponsoren nicht mal mehr die 100 000 Euro zusammenkratzen, die er für überlebensnotwendig für den Klub hielt.

Insofern wird das diesjährige Endspiel von Wehmut überlagert. Darunter soll aber der sportliche Ehrgeiz nicht leiden. Vor allem ihrem Manager zuliebe wollen sich Südrings Aktive noch einmal richtig reinhängen. „Wir hätten Rainer Behnisch gewünscht, dass er aufhört, weil er nicht mehr will, und nicht, weil es finanziell nicht mehr geht“, sagt Anja Weber, die seit acht Jahren bei Eintracht Südring spielt und in dieser Zeit vier Meisterschaftsgewinne miterleben durfte.

Teamgeist war für Behnisch immer ein ganz wichtiges Kriterium bei der Zusammenstellung seiner international besetzten Mannschaften, dieser Teamgeist hat Südring stark gemacht. Als feststand, dass es nach dieser Saison keine nächste bei der Eintracht geben würde, sollen einige Spieler freiwillig einen Gehaltsverzicht angeboten haben. Auch das rettet Südring nicht. Der Badminton-Titelträger 2003, er wird auch ein trauriger Meister sein.

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