Der Triumph und die Folgen : Ein Dank an die Routine

Die fünfte war vielleicht die überraschendste aller Meisterschaften der Eisbären. Doch nach einer verkorksten Vorsaison und einer nur durchschnittlichen Hauptrunde haben sich die Berliner rechtzeitig zusammengerissen.

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Eins, zwei, drei, vier, fünf. So viele Titel sind es seit Bestehen der Deutschen Eishockey-Liga nun schon für die Eisbären. Ihr jüngstes Meisterstück brachten sie dabei am Dienstag aufs Eis. Nach einer souveränen Finalserie gegen den EHC Wolfsburg fuhren sie ihn spazieren, den Pokal, den es jährlich für die Besten ihrer Art gibt. Wieder mal. Kein anderer Klub hat die deutsche Eishockeyszene im zurückliegenden Jahrzehnt mehr geprägt als dieser aus Berlin. Wem es angesichts dieser Dominanz jetzt langweilig zu werden droht, dem sei gesagt, dass dies längst nicht selbstverständlich war.

Die fünfte war vielleicht die überraschendste aller Meisterschaften der Eisbären. Nach einer verkorksten Vorsaison, nach einer durchschnittlichen Hauptrunde in der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit und nach einem ordentlichen Kabinenkrach haben die Berliner sich rechtzeitig zusammengerissen und zurück zu der Topform gefunden, die sie schon in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat, wenn es darauf ankam. Mit einer Mischung aus Routine und Willen setzten sie sich schließlich durch – gegen die Konkurrenz und gegen die vielen Zweifel von außen.

Vor allem Trainer Don Jackson hat unter der teils deftigen Kritik gelitten. So sehr, dass es bis zuletzt unklar blieb, ob er sich diesen Job in dieser Stadt noch länger antun möchte – oder antun darf. Auch der dritte Titelgewinn in der Ära Jackson kann deshalb nicht verschleiern, dass Veränderungen im Gesamtkosmos des Vereins nötig sind. Eventuell für den Meistercoach, auf jeden Fall aber für einige Spieler, die manchmal nur noch hinterhergeschlittert sind und sich nun mit der Meisterschaft 2011 getrost in die verdiente Eishockeyrente begeben können.

Es ist für die Eisbären, den einstigen Nachwuchsvorzeigeverein, an der Zeit, wieder und vermehrt der Jugend zu vertrauen. Dann werden aus fünf Meisterschaften mittelfristig auch sechs, sieben, acht ...

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