Sport : Der umstrittene Leichtathlet äußert tiefe Verzweiflung im ZEIT-Interview

Die Politik beklagt die großen Unklarheiten und Ungereimtheiten im Fall Baumann. "Die wissenschaftlichen Debatten der letzten Wochen haben nicht zur Klarheit, sondern eher zur Unklarheit beigetragen", sagte der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU, Klaus Riegert, auf einer Podiumsdiskussion in Berlin. Er forderte nochmals die Einsetzung einer unabhängigen Doping-Kommission in Deutschland. Für SPD-Sportsprecherin Dagmar Freitag ist die mit Nandrolon manipulierte Zahnpastatube noch lange keine Entlastung für den Athleten. "Sie kann sich ganz schnell als Belastung für Baumann erweisen", sagte die Abgeordnete.

Unterdessen verschwendet der unter Dopingverdacht stehende Baumann keinen Gedanken mehr ans Laufen. "Laufen ist etwas Schönes. Aber mein Leben hat nichts Schönes mehr", sagte er der Zeitung "Die Zeit". "Irgendwer reißt mir den Boden unter den Füßen weg." Jemand habe ihn reingelegt. "Man zerstört meine Persönlichkeit, lässt mich aber am Leben." Baumann droht eine zweijährige Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband. Bislang ist er nur vorläufig suspendiert. Er habe nicht mehr trainiert, seit die manipulierte Zahnpastatube gefunden wurde. An Olympia in Sydney verschwende er "keinen Gedanken".

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