Sport : Der Unbequeme fliegt mit

Schalke setzt gegen Valencia vor allem auf Farfan

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Es ist noch gar nicht so lange her, dass Jefferson Farfan annehmen konnte, keine Dienstreise mehr mit dem FC Schalke 04 antreten zu müssen. Der Peruaner hatte in der Winterpause so frech mit einem Wechsel zum VfL Wolfsburg kokettiert, dass ein Transfer nur noch Formsache schien. Doch gestern saß der Schalker Fußball–Profi wie selbstverständlich im Flieger der Schalker und startete von Düsseldorf aus in Richtung Valencia, wo die Königsblauen am Dienstagabend, im Hinspiel des Achtelfinales der Champions League, spielen müssen.

Es gibt nicht wenige Menschen, die das Verhalten Farfans als Söldnermentalität ansehen. Auf Schalke wird so etwas nicht gern gesehen. Doch von derlei Romantik hält Trainer Felix Magath bekanntlich nicht viel. Auch wenn er sich sehr selten über den eigenwilligen Spieler öffentlich äußert, so würde er in der aktuellen Mannschaft kaum auf ihn verzichten können.

Bereits in der Hinrunde galt Farfan als der beste Feldspieler der Schalker, weil er auch in äußerst schwierigen Phasen der Mannschaft versuchte, Akzente zu setzen. Umso erstaunlicher, dass Magath einem Transfer wohl zugestimmt hätte. So arrangiert man sich derzeit auf Schalke. Eine stille Übereinkunft, die spätestens in dieser Phase der Saison als unbedingt notwendig erscheint. Denn für die Mannschaft von Felix Magath stehen entscheidende Wochen an. In der europäischen Königsklasse geht es gegen die Spanier darum, möglichst die nächste Runde zu erreichen, um im finanziell ungemein attraktiven internationalen Wettbewerb weiterhin vertreten zu sein. Bei Erreichen des Viertelfinales würden weitere sechs bis acht Millionen Euro zu den bereits rund 30 Millionen Euro in die chronisch klammen Vereinskassen hinzukommen. Am 2. März müssen die Schalker im DFB-Pokalhalbfinale beim FC Bayern München antreten. Eine Woche drauf steht das Rückspiel gegen Valencia an.

Spätestens nach dieser Partie darf ein seriöses Zwischenfazit der Saison gezogen werden. Sollte es schlecht laufen, und die Schalker scheiden aus beiden Wettbewerben aus, dürfte dies kaum zusätzliche Motivation für Spieler wie Raúl, Klaas-Jan Huntelaar oder Manuel Neuer für die kommende Saison liefern. Und dieses Szenario ist bei diesen Gegnern durchaus möglich.

In der Bundesliga laufen die Schalker durch ihre Launenhaftigkeit ihren Zielen hinterher und haben nur noch Aussicht auf die Qualifikation für die Europa League. Es geht in diesen Wochen um nicht viel weniger als die mittelfristige Zukunft des Klubs. „Ich hoffe, wir nehmen den Schwung mit in die nächsten Partien. Der Sieg sollte uns Sicherheit gegeben haben“, sagte Magath nach dem jüngsten 1:0-Erfolg gegen Freiburg. Auf Farfan dürfte er sich zumindest verlassen können.

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