Sport : Der Urknall von Wallau

Hartmut Moheit

über den tiefen Fall eines Handball-Bundesligisten Die Frage, ob ein Urknall der Anfang allen Seins war, beschäftigt die Wissenschaft seit jeher. Wenn es aber im übertragenen Sinne zum Urknall im täglichen Leben kommt, dann braucht es weniger Zeit, die Dinge zu erklären. Wenn etwa ein riesiger Schuldenberg sichtbar wird. Ein Minus von 1,45 Millionen Euro hat die SG Wallau-Massenheim angesammelt. Dass der Handball- Bundesligist seit Jahren mit finanziellen Problemen kämpft, war bekannt. Irgendwie aber hat er es immer wieder geschafft, Gläubiger zu vertrösten, Geld einzutreiben und sich damit vor unangenehmen Fragen zu retten. In den Schlagzeilen wegen hoher Schulden standen andere, zuletzt der HSV Hamburg.

Zum Urknall ist es nun gestern gekommen: Der zweimalige Deutsche Meister benötigt bis zum kommenden Montag 550000 Euro, um das Unheil noch abzuwenden. Wenn das nicht gelingt, folgt die Insolvenz. Erst jetzt also kommt heraus, auf welche Art und Weise die Hessen sich übernommen haben. Ob nun Sponsorenverträge geschlossen wurden, ohne dass dafür Geld floss, oder ob zu viele zu teure Spieler auf der Gehaltsliste standen, das wird sich zeigen.

Mehr noch als die SG Wallau-Massenheim steht die Handball-Bundesliga (HBL) in der Pflicht. Sie wird vom 10. März an über die Lizenzen für die kommende Saison entscheiden. Erstmals werden allein der HBL-Geschäftsführer und ein Wirtschaftsprüfer die Unterlagen der Vereine bewerten. Aus heutiger Sicht wäre Wallau-Massenheim bei der Lizenzvergabe am 25. Mai nicht mehr dabei. Oder es trifft dann andere Vereine, bei denen der Urknall nicht rechtzeitig kam.

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