Sport : Der Verein will die Fans zum Spitzenspiel gegen Dresden locken

Claus Vetter

"Union ist anders", meint Bernd Hofmann, "für das Spitzenspiel gegen den Dresdner SC erhöhen wir nicht die Eintrittspreise, sondern wir senken sie." Man wolle, sagt der Geschäftsführer des 1. FC Union, "die Leute animieren", mal an der Alten Försterei vorbeizuschauen. Nicht nur mit Preissenkungen, sondern auch mit anderen tollen Einfällen. Alle Besucher, die einen Schnauzbart wie Trainer Georgi Wassilew tragen, echt oder aufgeklebt, nehmen an einer Verlosung teil. Zwei Gewinner reisen kommende Woche mit den Spielern von Union zum 1. FC Magdeburg. Schabernack oder nicht - die Animationsversuche kommen nicht von ungefähr. Obwohl die Köpenicker ungeschlagen die Tabelle anführen, läßt der Zuschauerzuspruch Wünsche offen. Erst drei Mal kamen in dieser Saison mehr als 3000 Besucher in die Wuhlheide.

Schnauzbart hin oder her, Wassilew interessiert sich vorrangig für den sportlichen Teil. Und da ist dem Trainer vor dem Duell gegen den Tabellenzweiten ein wenig bange. Kein Wunder, denn am Sonnabend (13.30 Uhr, Alte Försterei) empfängt die beste Abwehr der Liga das offensivstärkste Team. "Dresden ist genauso ambitioniert wie wir und wohl unser größter Konkurrent", sagt Wassilew. Der Grund für den Höhenflug der Sachsen liegt nahe. Ähnlich wie bei den Berlinern hat die Mannschaft des Dresdner SC mit der aus der letzten Saison wenig gemein. Vor allem die beiden Argentinier Bustos und Sanchez erregten bislang einiges an Aufsehen. Letzterer hat schon acht Tore erzielt, fast halb soviel wie die gesamte Mannschaft von Union.

Erst nach dem Spiel, sagt Wassilew, und natürlich nur im Falle eines Sieges, dürfe man mit ihm über mehr sprechen als über die Qualifikation zur dritten Liga. Daniel Petrowsky darf da nicht mehr mitreden, seit letzter Woche ist der Mitteldfeldspieler bei Dynamo Dresden. Bei seinem Abgang zerschlug Petrowsky viel Porzellan, sprach davon, dass er keineswegs um eine Freigabe ersucht habe und sagte über die Verantwortlichen von Union, dass sie "im Umgang mit Menschen kein Format" hätten. Sein ehemaliger Trainer hat dafür kein Verständnis. "Jetzt ist Petrowsky in einer Mannschaft, wo er seine Qualitäten zeigen kann", sagt Wassilew, "bei mir wollte er die Garantie auf einen Stammplatz, die konnte ich ihm nicht geben."

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