Sport : Der verhinderte Verfolger

Werder vergibt beim 2:2 gegen Bielefeld die Chance, sich als Bayern-Jäger zu empfehlen

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Bremen (Tsp). Am Ende schlenderte Thomas Schaaf über die Tartanbahn, und wie immer war es unmöglich, seinem Gesichtsausdruck Informationen über den Ausgang des Spiels seiner Mannschaft abzugewinnen. Die Miene des Trainers von Werder Bremen verriet nichts über seine Gefühlslage nach dem 2:2 seiner Mannschaft gegen Arminia Bielefeld, dabei dürfte Schaaf reichlich zornig gewesen sein. Gegen den Aufsteiger verpassten die Hanseaten trotz zweimaliger Führung die Möglichkeit, den Abstand auf Tabellenführer Bayern München zumindest bis heute Abend auf drei Punkte zu verkürzen und sich im Kampf um einen ChampionsLeague-Platz deutlicher von Konkurrent Borussia Dortmund abzusetzen. „Wir sind jetzt natürlich etwas enttäuscht“, versicherte Schaaf schließlich, „wir wollten mit einem Sieg starten.“

Anfangs noch hatte es so ausgesehen, als sollte dies eine lösbare Aufgabe sein. Viktor Skripnik köpfte nach zwei Minuten das erste Ligator des Jahres, und auch der Bielefelder Ausgleichstreffer durch Momo Diabang (11.) schien die Bremer in ihrem Spieltrieb nicht ernsthaft zu stören. Ailton verwandelte einen an ihm verschuldeten Elfmeter (34.) zur verdienten 2:1-Führung, es war sein 14. Saisontreffer. Nach dem Ausgleich durch Du-Ri Cha (40.), dem ein starkes Solo von Ansgar Brinkmann vorausging, fanden die Bremer jedoch kein Mittel mehr, um den Druck auf die Ostwestfalen entscheidend zu erhöhen. Der Anfangsschwung war dahin.

Für den hatte neben Ailton dessen Sturmkollege Markus Daun gesorgt, der den Vorzug vor Krisztian Lisztes und Angelos Charisteas erhalten hatte. Die Maßnahme zahlte sich zunächst aus, da der quirlige Daun die Räume schuf, die der schnelle Ailton nutzen konnte.

Mehr Probleme hatte Werder im Defensivbereich. „Viel zu unentschlossen“ habe seine Hintermannschaft mehrfach agiert, kritisierte Schaaf. Der umstrittene Torhüter Pascal Borel machte überdies nicht den sichersten Eindruck, wurde von seinen Mitspielern aber auch im Stich gelassen. So kam etwa beim 2:2 Arminen-Stürmer Cha wenige Meter vor dem Tor freistehend zum Schuss.

Aus Sicht des couragiert spielenden Aufsteigers war der Punktgewinn ein gerechter Lohn. Die Arminen, die ohne Artur Wichniarek und bis zur 70. Minute auch ohne Neuzugang Marek Heinz agierten, spielten dennoch überraschend offensiv. Der Mut zum Spiel nach vorn ging den Gästen erst im Regen der zweiten Halbzeit mehr und mehr verloren.

Die Bremer konnten aus ihrer gegen Ende wachsenden Dominanz indes kein Kapital mehr schlagen. Entsprechend unterkühlt fiel das Fazit des Werder-Trainers aus. „Nur die erste Hälfte war gut anzuschauen. Da haben wir stark kombiniert und zwei Tore geschossen. Aber auch zwei kassiert, das darf zu Hause nicht passieren.“ Für einen Moment sah es so aus, als habe das Spiel Thomas Schaaf doch ein wenig wütend gemacht.

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