Sport : Der Verrückte ist wieder da

Arsenal verblüfft mit Lehmanns Reaktivierung

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Gerüchte um eine Rückkehr von Jens Lehmann zum FC Arsenal gab es bereits Mitte der vergangenen Woche, doch zu jenem Zeitpunkt taten selbst gut informierte Kreise in Nord-London die Sache noch als verfrühten Aprilscherz ab. Umso größer war die Überraschung, als der 41-Jährige einen bis Saisonende befristeten Vertrag beim Premier-League-Klub bestätigte: „Arsenal hat momentan einen Torwart-Notstand. Da springe ich gern ein.“ In dem Spanier Manuel Almunia hatte der englische Tabellenzweite zuvor nur einen einsatzfähigen Torhüter im Kader.

Ursprünglich wollte Lehmann nur einige Wochen bei Coach Arsène Wenger hospitieren. Mitarbeiter des Trainerstabs zeigten sich jedoch beeindruckt von der Fitness des ehemaligen Nationaltorhüters – und Wenger begann zu überlegen. Als sich nach Lukasz Fabianski (Schulterverletzung), Wojciech Szczesny (Sehnenriss im Finger) auch noch der vierte, zurzeit zu Hull City ausgeliehene Torhüter Vito Manonne am Oberschenkel verletzte, freundete sich der französische Trainer mit der ungewöhnlichen Lösung an. Als vertragsloser Ex-Profi war Lehmann einer der wenig frei verfügbaren Torhüter.

Lehmann könnte schon am Samstag im Ligaspiel in West Bromwich auf der Bank sitzen. Der 33-jährige Almunia hatte Lehmann im Sommer 2008 als Nummer eins abgelöst. Lehmann sagte damals immer wieder, dass er für sich für den besseren Torhüter halte. „Ich weiß, dass er mich hasst“, erzählte Almunia vor drei Jahren dem „Guardian“, „ich habe so etwas noch nicht erlebt. Normalerweise herrscht zwischen Torhütern großer Respekt.“

Seit Arsenal 2005 mit einem sehr starken Lehmann gegen Manchester United den FA-Pokal gewann, konnte Wenger keinen Titel mehr holen. Jetzt sollte für etwas mehr Reibung gesorgt sein, immerhin firmiert Lehmann bei Englands Boulevardpresse unter dem Kosenamen „Mad Jens“. Im Idealfall kann der wieder aktivierte Veteran sogar ein zweites Mal Meister werden: In der Meisterschaft haben die Londoner nur drei Punkte Rückstand auf United – bei einem Spiel weniger.

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