• Der Vertrag ist bis 2004 verlängert worden, doch sein Einsatz heute gegen Schalke ist fraglich

Sport : Der Vertrag ist bis 2004 verlängert worden, doch sein Einsatz heute gegen Schalke ist fraglich

Klaus Rocca

Lange Zeit war Pal Dardai eher ein Mitläufer. Kürzlich war Jürgen Röber jedoch voll des Lobes: "Pal hat bewiesen, dass er für uns enorm wertvoll ist." Er sei sogar ein "Allrounder". Dardai wird es gern vernommen haben. Noch mehr dürfte er sich darüber gefreut haben, dass gestern sein am Saisonende auslaufender Vertrag gleich um vier Jahre bis zum 30. Juni 2004 verlängert wurde. Kommentierte Manager Dieter Hoeneß: "Wer Pal in den letzten Jahren verfolgt hat, konnte sich ein Bild von der sportlichen Entwicklung und den Qualitäten dieses jungen Spielers machen. Wir sind überzeugt, dass diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist." Ob Dardai, der im Winter 1997 zu Hertha kam, auch heute im Gelsenkirchener Parkstadion beim Duell seines Klubs Hertha BSC gegen den FC Schalke 04 seine Fortschritte demonstrieren kann, ist fraglich. Der Ungar laboriert noch an den Nachwirkungen einer Sprunggelenksverletzung. Als die Mannschaft gestern Nachmittag nach Düsseldorf flog, war er dabei.

Pal Dardai hat das Talent von seinem Vater geerbt. Der spielte nicht nur wie der Junior im Mittelfeld, er bestritt in Ungarn auch 298 Ligaspiele und schoss 76 Tore. Da hat der Filius noch einigen Nachholbedarf. Pal Dardai hat für Hertha erst 43 Bundesligaspiele absolviert und sich dabei auch nicht gerade als Torjäger empfohlen. Mit seinem ersten Klub MSC Pecs wurde er immerhin Vizemeister und Pokalsieger. In eben jenem Pecs wurde "Palci" vor 23 Jahren geboren. Mit Gabor Kiraly hat er nicht nur einen Freund bei Hertha, mit ihm bestreitet er auch so manches Länderspiel für Ungarn. Bislang sind es für Dardai allerdings erst zwölf.

Der Hertha-Spieler mit der Rückennummer 18 besticht durch seine läuferischen Fähigkeiten und seinen Blick für die Situation. Schwächen hat er noch in der Defensive. Das war anfangs das Manko, das Trainer Röber immer wieder moniert hat. Doch wie meinte Manager Hoeneß: "Wir sind überzeugt, dass die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist." Nach seiner Verletzung hat Dardai zuletzt mittrainiert, doch richtig fit ist er noch nicht.

Wie Röber ohnehin noch nicht so recht weiß, mit welcher Mannschaft er heute im Parkstadion antreten soll. Sicher ist, dass Michael Preetz ausfällt. Ali Daei wird möglicherweise die einzige Sturmspitze sein. Thomas Helmer ist auch wieder fit.

Die Heimbilanz des FC Schalke ist weit bescheidener als die in fremden Stadien: hier nur ein einziger Sieg, dort drei. Jürgen Röber: "Im Parkstadion hat Schalke noch kein überzeugendes Spiel geliefert." Daraus will er freilich nicht die Hoffnung ableiten, heute als Sieger den Rasen zu verlassen. Die Frage ist, ob die letzte Schlappe in der Champions League noch in den Kleidern hängt. "Mit einem Punkt wären wir schon zufrieden", setzt Röber die Erwartungshaltung nicht zu hoch an. Dabei spielt natürlich auch mit, dass Hertha bislang auswärts bei 4:10 Toren erst kümmerliche zwei Punkte erkämpft hat. Der Hertha-Trainer fast beschwörend: "Wir dürfen in der Tabelle nicht noch weiter abrutschen."

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