Der VfL Wolfsburg und Mercedes-Fahrer : Nicklas Bendtner ist falsch abgebogen

Der Fußballprofi Nicklas Bendtner hat eine Grenze überschritten, indem er sich in das falsche Auto gesetzt hat. Ein Kommentar.

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Irgendwie schon immer anders: Nicklas Bendtner vom VfL Wolfsburg.
Irgendwie schon immer anders: Nicklas Bendtner vom VfL Wolfsburg.Foto: imago/Hübner

Auch im Leben eines Fußballprofis gibt es Grenzen, die überschreitet man einfach nicht. Egal, wie frustrierend der Alltag als Reservist auch sein mag, manche Dinge sind tabu. Man kommt nicht mit einem Schalke-Schal zum Training von Borussia Dortmund. Man zieht als Bayern-Spieler kein 1860-Trikot an. Man singt als Real-Spieler nicht die Barça-Hymne mit.

Hier kommt Nicklas Bendtner ins Spiel. Der Däne gilt schon länger als schwieriger Charakter, deshalb hat er es trotz hoher Veranlagung nie lange irgendwo ausgehalten. Auch seine Liebe zu Wolfsburg ist nach anfänglicher Euphorie schnell abgekühlt. Zuletzt wurde der Stürmer von Trainer Dieter Hecking nicht einmal mehr in den Kader berufen, weil er seine Unlust dazu, noch länger am Mittellandkanal zu verweilen, recht unverblümt zur Schau stellte.

Schon vor ein paar Tagen hatte Bendtner seinem Unmut im Internet Luft gemacht und mehr oder weniger direkt einen baldigen Wechsel gefordert. Weil das offenbar nicht fruchtete, suchte der 28-Jährige nun die ultimative Eskalationsstufe. Er postete ein Foto mit einem Mercedes – in der Volkswagen-Stadt Wolfsburg eine öffentliche Aufforderung zur Vertragsauflösung. Der Verein mochte dem allerdings immer noch nicht nachkommen, Geschäftsführer Klaus Allofs sprach euphemistisch von einer „Sorglosigkeit“ und drohte lediglich eine Strafzahlung an. Dahinter dürfte die Hoffnung stehen, dass sich Bendtners unausweichlicher Abgang doch wenigstens mit einer akzeptablen Ablösesumme versüßen lassen möge.

Doch diese Hoffnung ist trügerisch. Der Schaden, den Bendtners kalkulierte Sorglosigkeit dem ohnehin angeschlagenen Vereinsklima zufügt, dürfte seinen verbliebenen Marktwert um ein Vielfaches übersteigen. Denn der Rest der Fußballwelt weiß nun: Nicklas Bendtner verbrüdert sich im Zweifel auch mit dem Erzfeind. Und wer will schon so jemanden im Team haben?

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