Sport : Der Vorarbeiter

Erik Cole spielt heute erstmals für die Eisbären – und soll gleich hohe Erwartungen erfüllen

Mathias Klappenbach

Berlin - Während die anderen Spieler einen Puck nach dem anderen auf das Tor droschen, stand Erik Cole zehn Minuten auf dem Eis vor einer kleinen Taktiktafel und hörte aufmerksam zu. Der neue, vom nordamerikanischen NHL-Klub Carolina Hurricanes gekommene Stürmer ließ sich von Pierre Pagé die Spielweise der Berliner Eisbären erklären. „Er hat unser System in der Theorie schnell verstanden“, sagte der Trainer der Eisbären. „Bei uns kann er im Vergleich zur NHL offensiver agieren. Er wird viele Freiheiten auf dem Eis haben.“

Die Berliner versprechen sich viel von ihrem neuen Star, der heute im Heimspiel gegen die DEG Metro Stars (19.30 Uhr, Sportforum) zum ersten Mal eingesetzt wird. „Ich weiß, dass ich hier gefordert bin. Ich erwarte von mir, dass ich meine eigenen Erwartungen übertreffe“, sagte Cole. Die Hoffnungen in den 1,86 Meter großen, kantigen Stürmer sind nach den ersten beiden Trainingseinheiten eher größer als kleiner geworden. „Der erste Eindruck ist bei einem neuen Spieler sehr wichtig. Und er hat einen hervorragenden Eindruck hinterlassen“, sagt Pagé über den rechten Außenstürmer.

Die Eisbären konnten in dieser Saison bisher nur punktuell an ihre Leistungen aus den vergangenen beiden Jahren anknüpfen, in denen sie die Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) dominierten. Die Berliner haben zwar sieben der bisherigen zwölf Spiele gewonnen, aber auch innerhalb der einzelnen Spiele sind die Leistungen zu schwankend. Die Eisbären stehen derzeit auf dem fünften Platz in der DEL.

Jetzt soll der 25-jährige Cole dabei helfen, dass der Meisterschaftsfavorit Eisbären häufiger auch wie ein Favorit spielt. Zunächst vor allem durch seine bloße Präsenz. Denn richtig fit ist der US-Amerikaner noch nicht, er hat im April sein letztes Spiel bestritten und seitdem nur trainiert. „Man muss abwarten, ob er acht oder achtzehn Minuten spielen kann“, sagt Pagé. Cole soll heute in der dritten Sturmreihe zusammen mit Stefan Ustorf und Florian Keller spielen. „Mit Cole wird unser Spiel aggressiver und schneller. Vor allem aber ist seine Verpflichtung ein Motivationsschub für alle anderen Spieler“, sagt Pagé. Der NHL-Profi soll vor allem den vielen jungen Eisbären-Spielern vorleben, was es bedeutet, sich voll auf seinen Beruf zu konzentrieren und in jedem Training alles zu geben.

Erik Cole ist also auch ein Vorarbeiter, Vorspieler für seine neuen Kollegen. Dennoch will der Verein die Rolle des Neuzugangs nicht zu sehr betonen. Auf eine Präsentation Coles vor dem Spiel gegen die Metro Stars wird verzichtet, auch der neue Star Cole sei schließlich nur ein Teil der Mannschaft. Und die trifft heute auf einen schweren Gegner. Seit die Düsseldorfer ihren Trainer Michael Komma entlassen und Butch Goring verpflichtet haben, hat sich das schlecht gestartete Team wieder gefangen. Zuletzt gab es vier Siege in Serie. Und die Eisbären haben von allen aktuellen DEL-Teams ihre schlechteste Gesamtbilanz gegen die Düsseldorfer.

Viel Zeit, den Einstand von Cole in diesem Spiel zu analysieren, wird aber nicht bleiben. Nach der Partie gegen Düsseldorf spielen die Eisbären am Sonntag bei den Frankfurt Lions und schon am Dienstag kommen die Kassel Huskies nach Berlin. Pierre Pagé rechnet damit, dass Erik Cole in den nächsten Tagen viele Massagen bekommen wird.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben