Sport : Der Vorsprung wächst auf sechs Punkte

Schalke ist der Gewinner des 21. Spieltags

Ingo Schmidt-Tychsen

Gelsenkirchen - Nach drei Minuten wurde es zum ersten Mal richtig laut in der Arena Auf Schalke, die Zuschauer bejubelten den ersten Treffer. Die Fans in Gelsenkirchen waren glücklich, weil der VfB Stuttgart gegen Werder Bremen 1:0 in Führung gegangen war, auf der Anzeigetafel blinkte das Ergebnis auf. Mit einem Sieg gegen Hertha BSC konnte sich Schalke 04 an der Tabellenspitze sechs Punkte von Werder absetzen – und es gelang. Die große Party in Gelsenkirchen, die Stuttgart um 15.33 Uhr eingeleitet hatte, sollte erst sechs Torjubelschreie später und eine halbe Stunde nach dem Ende der Begegnung zwischen Schalke und Hertha enden. Schalke siegte 2:0, Stuttgart 4:1. Die Fans feierten noch lange nach dem Abpfiff so, als wenn ihre Mannschaft den Titel bereits gewonnen hätte. Mit Liedern von der Meisterschaft und Schalen aus Pappe.

Schalkes Trainer Mirko Slomka wollte sich von der Euphorie nicht mitreißen lassen. Höflich lobte er stattdessen den Gegner, der „es uns schwer gemacht hat“. Der Vorsprung seiner Mannschaft habe „noch nichts zu bedeuten. Der kann auch schnell wieder schmelzen“. Dazu könnte auch der Umstand beitragen, dass Gustavo Varela für den Rest der Saison ausfällt. Schalkes Offensivspieler aus Uruguay zog sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fällt sechs Monate aus.

Der Sieg gegen Hertha kann Schalke indes Mut machen. Bei nasskaltem Wetter entschied die meisterwillige Mannschaft eine schwere Partie für sich. Nach einer von beiden Seiten kämpferisch geführten und trotzdem temporeichen ersten Halbzeit wurde das Spiel zunächst etwas langsamer, die Kräfte der Spieler schienen zu schwinden. In dieser Phase aber drehte Schalke noch einmal auf und erspielte sich plötzlich Torchancen. 18 Schüsse in Richtung Berliner Tor wies die Statistik auf, bei Hertha waren es nur sechs. Es war der stärkere Wille, der das Spiel entschied. „Am Ende haben wir die Berliner niedergerungen“, sagte Slomka.

Dieter Hoeneß fiel kurz vor seiner Abreise noch etwas ein. „Die Schalker hatten schon einmal einen großen Vorsprung, der nicht gereicht hat“, sagte Herthas Manager. Hoeneß erinnerte an 2001, damals hatte Schalke die Tabelle lange Zeit souverän angeführt – um die Meisterschaft am letzten Spieltag noch an Bayern München zu verlieren. Schalke dürfte gewarnt sein. Der Mehrheit der Zuschauer war das gestern aber herzlich egal.

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