Sport : Der Vorteil des Wohnzimmers

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Benedikt Voigt sucht für Trainer

Willi Reimann einen neuen Sitzplatz

Das Leben im Container ist out. Gelangten frühere Big-Brother-Kandidaten wie Jürgen, Zlatko oder John zu zeitlich begrenztem Ruhm, kennen inzwischen nur noch „Bild“-Leser, „RTL II“- oder „Tele5“-Seher die Namen der aktuellen Insassen. Noch ein Container verliert an Attraktivität: Der Frankfurter Trainer Willi Reimann kündigt an, jenen orangenen Baucontainer im Waldstadion meiden zu wollen, in dem er die letzten Heimspiele verbracht hat. Darin musste er zwei Heimniederlagen und das Abrutschen seiner Eintracht auf Rang 17 beobachten. Doch weil er heute gegen Freiburg immer noch Innenraumverbot hat, sucht Reimann nach einem neuen Platz. Drei Vorschläge:

a) für Mutige: ein Stehplatz hinter dem Westtor. Hier tummeln sich die freundlichen Herren des Eintracht-Fanclubs Presswerk oder der Germanenadler Hildesheim. Hier lässt sich die ein oder andere Empfehlung aufschnappen wie „Ei Amanatidis, mach emol hinne“ oder „Ei Cha, du stehst vorm Tor wie de Ochs vorm Bärsch.“ Beim Stichwort „Mach disch ab“ empfiehlt es sich jedoch, einen anderen Platz zu suchen.

b) für Kämpfer: ein Sitzplatz auf der Haupttribüne. Hier ist der Dienstweg zu Geschäftsführer Heribert Bruchhagen nur kurz, hier kann man sofort nach dem Gegentor erklären, dass die Schuld bei Ingo Hertzschs Stellungsspiel zu suchen ist – und nicht bei der Taktik des Trainers. Zur Not lässt sich hier auch die Höhe der Abfindung erörtern.

c) für Realisten: das heimische Wohnzimmer. Hier lässt sich bereits die Situation der Arbeitslosigkeit simulieren. Das Beste ist: Man muss nicht die ganze Zeit die Eintracht sehen, sondern kann per Konferenzschaltung auch die anderen Spiele beobachten. Auf diese Weise lässt sich sogar der nächste Arbeitsplatz sondieren.

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