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Der Vorwurf: Raub : Hertha-Profi Änis Ben-Hatira festgenommen

Hertha-Profi Änis Ben-Hatira ist in der Nacht in Polizeigewahrsam genommen worden, er soll seiner Ex-Freundin die Geldbörse geklaut haben. Der Anwalt des Hertha Profis spricht von "unberechtigten Vorwürfen" und Hertha BSC steht zu seinem Spieler, der am Sonntag jedoch nicht beim Training zu sehen war.

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Hat eine Strafanzeige bekommen: Hertha-Profi Änis Ben-Hatira.
Hat eine Strafanzeige bekommen: Hertha-Profi Änis Ben-Hatira.Foto: dpa

Sechs Stunden nach dem Unentschieden gegen Kaiserslautern ist der Hertha-Profi Änis Ben-Hatira von der Polizei in Wilmersdorf festgenommen worden.  Der Vorwurf lautet: Raub.

Der 24-Jährige soll nach einem Streit in einem italienischen Lokal an der Rankestraße seiner Ex-Freundin die Geldbörse entrissen haben und anschließend mit seinem Wagen davon gefahren sein. Die 25-Jährige rief die Polizei gegen 21.40 Uhr, eine Stunde später entdeckte eine Streife den Wagen mit Ben-Hatira an einer Tankstelle in der Westfälischen Straße.

Die Geldbörse lag auf dem Fahrersitz, der Mittelfeldspieler wurde vorübergehend festgenommen. Im Polizeigewahrsam wurden ihm die Fingerabdrücke abgenommen und Lichtbilder für die Akte gefertigt. Mit einer Strafanzeige wegen Raubes wurde Ben-Hatira in der Nacht wieder entlassen. Die Polizei dementierte Medienberichte, dass gegen den Spieler auch wegen versuchter Freiheitsberaubung und Körperverletzung ermittelt werde.

Der Anwalt des Hertha-Profis bestätigte mittlerweile, dass dieser sich "polizeilichen Ermittlungen ausgesetzt" sähe. Ben-Hatira wolle sich laut seinem Anwalt zunächst nähere Informationen zum Verfahren beschaffen und die "aus seiner Sicht nicht berechtigten Vorwürfe zeitnah entkräften".

Bildergalerie: Berliner Fußballer im Konflikt mit dem Gesetz

Berliner Fußballer im Konflikt mit dem Gesetz
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1 von 11Foto: Eibner
23.09.2012 17:15Süleyman Koc, Berliner und Profi beim SV Babelsberg, soll als Anführer einer Bande mehrere Automatencasinos brutal überfallen...

Bei Herthas Training war Ben-Hatira am Sonntag nicht zu sehen. Die Nachricht vom nächtlichen Vorfall hatte am Rande des Trainingsplatzes allerdings längst die Runde gemacht. Etwa 50 Menschen beobachteten wie an so vielen Sonntagen das Auslaufen der Mannschaft. Wie immer war auch ein Dutzend Journalisten anwesend, nur leider bekam niemand Änis Ben-Hatira zu sehen. Es hieß von Seiten des Vereinspressesprechers, Ben-Hatira habe muskuläre Probleme, deshalb sei er nicht auf dem Trainingsplatz zum mannschaftlichen Auslaufen, sondern halte sich zur Behandlung in der Kabine auf.

Das war nicht überprüfbar, zumindest aber stand sein Auto nicht auf dem Parkplatz. Anders als im Fall der Spieler Mike Franz und Ronny, die ebenfalls das Auslaufen ausfallen und sich in der Kabine behandeln ließen. Rund eine halbe Stunde nach dem Auslaufen gab Hertha dann eine spärliche Stellungnahme "zum Vorfall um Änis Ben-Hatira" schriftlich ab. Die restlichen Spieler wollten sich zu den Geschehnisse nicht äußern.

Hertha BSC bestätigte in der Stellungnahme dass es „einen Vorfall“ gegeben habe, in dessen Folge Ben-Hatira kurzzeitig in polizeilichen Gewahrsam genommen worden sei. „Änis Ben-Hatira hat uns sofort über diesen Vorfall informiert“, teilte Pressesprecher Peter Bohmbach weiter mit.

„Soweit uns bei der Vielzahl von Details eine erste Einschätzung möglich ist, halten wir die Schilderung des Spielers für nachvollziehbar und gehen davon aus, dass sich der Vorgang zu Gunsten von Änis Ben-Hatira aufklären wird“, hieß es in der Stellungnahme weiter. Zur rechtlichen Betreuung habe man dem Spieler einen Rechtsanwalt vermittelt. Weitere Stellungnahmen werde es weder von Hertha noch vom Spieler geben, hieß es. 

Genau 250 Meter von der Tankstelle entfernt ist 2009 ein anderer damaliger Hertha-Spieler festgenommen worden. Patrick Ebert hatte nach einer Party mit dem Ex-Herthaner Kevin-Prince Boateng randaliert und 13 geparkte Autos beschädigt. Ebert war damals vom Verein für zwei Wochen suspendiert worden, auch weil er bereits 2007 betrunken auf dem Kurfürstendamm von der Polizei gestoppt worden war. Für die Randale büßten Ebert und Boateng 2010 mit Strafbefehlen über jeweils 56.000 Euro.

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