Sport : Der Weg zurück ins Tor

Christian Fiedler spielt bald wieder für Hertha BSC – vielleicht schon am 27. August beim FC Bayern München

Mathias Klappenbach

Berlin - Die beiden Torwarttrainer sind mit zum Freundschaftsspiel gestern Abend bei Real Mallorca (nach Redaktionsschluss beendet) geflogen, doch das Programm von Christian Fiedler wird dadurch nicht beeinträchtigt. „Ich trainiere in Intervallen. Einmal mit der Mannschaft, dann wieder Rehabilitation“, sagt der Torwart von Hertha BSC. Vor einem Monat hatte sich Fiedler im Trainingslager einen Kapsel- und Bänderriss im Ellbogengelenk zugezogen, als er nach einem Zusammenprall unglücklich landete. Dabei riss zudem noch ein Muskel. „Im ersten Moment hatte ich gar keine Schmerzen, weil man so viel Adrenalin ausschüttet“, sagt Fiedler. „Als die Schmerzen kamen, war ich froh über die schnelle Diagnose, dass der Knochen ganz geblieben ist.“

Die Saison begann ohne ihn, aber bis zu Fiedlers Comeback wird es nun nicht mehr lange dauern. Seit zwei Wochen fängt er schon wieder Bälle. „Ich komme mit dem Arm aber noch nicht wieder in die komplette Beugung und Streckung“, sagt der 30-Jährige. Seit er vor anderthalb Jahren den Stammplatz im Tor der Berliner übernahm, hatte Fiedler in keinem Bundesligaspiel gefehlt. Seit fünfzehn Jahren ist Fiedler bei Hertha BSC, nach dem Bundesligaaufstieg 1997 war er lange die Nummer zwei hinter Gabor Kiraly.

Beschwert hat er sich darüber nie. Und ebenso klar, wie er damals zweiter Torwart war, hat Fiedler bei seiner Rückkehr seinen Stammplatz sicher. In der vergangenen Saison zeigte er streckenweise überragende Leistungen und hatte einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass Hertha mit 31 Toren die wenigsten Gegentreffer aller Bundesligamannschaften kassierte.

Fiedlers Ersatzmann Gerhard Tremmel ist in den ersten beiden Bundesligaspielen in Hannover und gegen Frankfurt weder mit einer guten noch mit einer schlechten Leistung aufgefallen. Zu beidem hatte er auch kaum Gelegenheit, weil er nur wenige Bälle auf sein Tor bekam. Mit einem ähnlichen Spielverlauf ist auch am Samstag im DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten TuS Koblenz zu rechnen. Danach wird Tremmel wohl wieder auf die Bank müssen, ohne sich besonders ausgezeichnet zu haben.

Im Heilungsprozess von Christian Fiedler hat es bisher keine Rückschläge gegeben. Wenn die Mannschaft am Donnerstag wieder aus Mallorca zurück ist, will Fiedler mittrainieren. Schon nach der ersten Diagnose hatte es geheißen, dass mit seinem Comeback Ende August zu rechnen sei. „Eine Prognose gebe ich nicht ab“, sagt Christian Fiedler. Es gibt aber wohl nur zwei Termine, um die es geht: Am 27. August bei Bayern München – oder erst danach.

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