Sport : Der weiße Zauber wirkt noch

Otto Pfister mit Kamerun im Finale des Afrika-Cups

Accra ­ In der Stunde des Triumphes erlaubte sich Otto Pfister, einen ganz besonderen Dank auszusprechen – an die Journalisten aus Ghana. Nachdem Pfister im Halbfinale des Afrika-Cups mit Kamerun den Gastgeber 1:0 bezwungen hatte, wandte er sich an die heimische Presse: „Ihr habt ständig geschrieben, dass sie am Sonntag den Pokal hochheben werden. Was ihr vergessen habt, ist, dass sie erst noch spielen mussten. Wenn man Spielern so lange einredet, dass sie unschlagbar sind, glauben sie das auch. Das hat uns geholfen.“ Nicht Ghana hat am Sonntag die Chance, den Siegerpokal hochzuheben, sondern Kamerun mit dem deutschen Trainer Otto Pfister. Gegner im Finale ist Titelverteidiger Ägypten (18 Uhr, live bei Eurosport).

Für Pfister wäre der Titelgewinn die Krönung einer ungewöhnlichen Karriere, von deren Ende der 70-Jährige allerdings noch lange nichts wissen will. Offen ist nur, wo er künftig arbeiten wird. „Ich entscheide mich nach dem Finale, ob ich in Kamerun bleibe oder nicht. Vom Ergebnis ist das unabhängig“, sagte Pfister, der zum zweiten Mal nach 1992 im Finale des Afrika-Cups steht. Damals scheiterte er mit Ghana denkbar knapp. Die Elfenbeinküste gewann das entscheidende Elfmeterschießen 11:10.

Das Halbfinale gegen den Gastgeber Ghana entschieden die Kameruner durch ein Tor des eingewechselten Alain Nkong mit 1:0 für sich. Ins Endspiel geht Pfisters Mannschaft trotzdem nicht als Favorit. Gegner Ägypten, mit fünf Titeln Rekordgewinner des Afrika-Cups, deklassierte im zweiten Halbfinale die Elfenbeinküste mit 4:1. Bereits im ersten Gruppenspiel waren die beiden Teams aufeinandergetroffen. Kamerun verlor 2:4.

Das aber schüchtert zumindest Pfister nicht ein. „Wir sind mental sehr stark“, sagte er. „Wir werden vorbereitet sein und unser Bestes geben.“ Pfister will mit den Kamerunern, die zuletzt 2002 unter Winfried Schäfer den Titel geholt haben, seine Karriere veredeln. In seiner Mannschaft spielen drei Profis, die bei deutschen Vereinen unter Vertrag stehen: Thimothee Atouba vom Hamburger SV, Mohamadou Idrissou, der in der Winterpause vom MSV Duisburg zum SC Freiburg gewechselt ist, und der Bochumer Joel Epalle. Selbst wenn Kamerun den insgesamt fünften Titel beim Afrika-Cup verpassen sollte, ist für Pfister noch lange nicht Schluss. Ihm liegen Angebote aus den USA und Südkorea vor. Schon während der Weltmeisterschaft vor knapp zwei Jahren in Deutschland hatte er als Trainer von Togo angekündigt: „Ich mache weiter, bis mich der liebe Gott holt.“ dpa

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