Sport : Der Wind, der Wind, sein himmlisches Kind

Deutschlands Golfstar Martin Kaymer profitiert bei den British Open vom Wetterumschwung und kann den Major-Titel holen

Kaum noch Sand im Getriebe. Martin Kaymer hat sich mit einer starken zweiten Runde an die Spitze herangekämpft. Foto: dapd
Kaum noch Sand im Getriebe. Martin Kaymer hat sich mit einer starken zweiten Runde an die Spitze herangekämpft. Foto: dapdFoto: dapd

Sandwich - Der beste deutsche Golfer Martin Kaymer kann bei den 140. British Open den ganz großen Triumph schaffen und seinen zweiten Major-Titel nach 2010 holen. Altmeister Bernhard Langer verabschiedete sich dagegen bei seinem Ausflug zurück in die Vergangenheit nach fünfjähriger Abstinenz vorzeitig. Beim bedeutendsten und ältesten Golf-Turnier der Welt verpassten überraschend auch die englischen Weltranglisten-Führenden Luke Donald und Lee Westwood deutlich den Cut.

Kaymer aber lag nach zwei Runden bei drei unter Par (137-68+69) und teilte sich nur einen Schlag hinter dem Spitzenduo mit dem Nordiren Darren Clarke (136-68+68) und US-Profi Lucas Glover (136-66+70) den dritten Rang. Nur der Vortagsführende Thomas Björn (137-65+72) und der Spanier Miguel Angel Jimenéz (137-66+71) konnten sich auf Augenhöhe mit Kaymer für die beiden Schlussrunden in Position bringen.

Die Entscheidung über den mit 1,025 Millionen Euro dotierten Titel wird aber erst im heißen Endspurt auf dem Par 70-Dünen-Kurs im Royal St. Georgès Golfclub am Ärmelkanal fallen: Die besten Top-40-Spieler lagen vor der dritten Runde lediglich fünf Schläge auseinander. Das ist auf zwei noch ausstehende Runden gerechnet in der über 150 Jahre alten Historie der British Open ein Nichts. Im Prinzip haben alle, die den Cut geschafft haben, noch eine Siegchance.

„Ich bin bereit zum Kampf um den Titel. Mein Ziel ist, mich in Position zu bringen, um am Sonntag zu gewinnen“, sagte der Weltranglistendritte Kaymer nach seiner 69er Runde am Freitagabend.

Als er seinen ersten Abschlag mitten auf der Spielbahn platzierte, nutzte der 26-Jährige die Gunst der Stunde bei noch weitgehender Windstille zum Angriff und begann seine Aufholjagd – allerdings ganz nach Plan verhalten. Zu den prominentesten Opfern der aufkommenden Winde zählten Donald (146), Westwood (144) sowie Graeme McDowell (145) aus Nordirland. US-Open-Triumphator Rory McIlroy (140-71+69) verbesserte sich noch rechtzeitig. Auch US-Star Phil Mickelson (139) kam sicher weiter.

Golflegende Langer aber hatte schon bei seiner 75er Auftaktrunde viel verloren und verpasste mit 148 Schlägen (75+ 73) den Cut. Er war aber froh, „dass ich wenigstens ohne Schmerzen spiele“. dpa

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