Sport : Der Zauber fehlt

Manchester United spielt bei Olympique Marseille nur 0:0 – die heimische Presse murrt

Zum Schreien. Wayne Rooney ärgert sich über eine vergebene Chance. Foto: dpa
Zum Schreien. Wayne Rooney ärgert sich über eine vergebene Chance. Foto: dpaFoto: dpa

Marseille - Kein Gegentor kassiert, aber auch keins geschossen: Mit der Nullnummer beim französischen Fußball-Meister Olympique Marseille bleibt Manchester United mit bislang nur einem Gegentreffer die defensivstärkste Elf der Champions League. Dafür wurde sie von Englands Boulevardblatt „Sun“ am Donnerstag als „Mean United“ gerühmt – als „geiziges United“ also. Doch der Zustand der Offensive mit dem abermals blassen Wayne Rooney dürfte Trainer Sir Alex Ferguson zumindest insgeheim einige Sorgen machen.

„Zu Hause werden wir viel besser sein“, versprach Ferguson für das Rückspiel am 15. März in Manchester und hakte das für die Zuschauer wenig attraktive Gekicke im Stade Velodrome schnell ab. „Die Teams haben sich gegenseitig neutralisiert. Nichts passierte.“ Das traf auch auf Rooney zu, der auf der linken Seite enttäuschte. „Er hat getan, was wir von ihm erwartet haben“, verteidigte der Trainer den 25-Jährigen, der nach seiner vor bald einem Jahr im Spiel gegen die Bayern erlittenen Knöchelverletzung noch immer nicht der Alte ist.

„Teilnahmslos“ und „fade“ fand ihn die Zeitung „The Guardian“: „Er war wieder einmal ineffektiv. Im Angriff hängt alles von Rooney ab, aber sein Beitrag war klein und von geringer Qualität.“ Die „Times“ kritisierte: „Manchester United mag nie so gewirkt haben, als könnte es hier verlieren, aber Sir Alex’ Team fehlte der Zauber.“ Zum Siegen verdammt ist United auch in den kommenden Premier-League-Spielen bei Wigan Athletic und bei Meister FC Chelsea, denn der FC Arsenal ist bis auf einen Punkt an den Spitzenreiter herangerückt. Die Londoner gewannen am Mittwoch gegen Stoke City durch den Treffer von Sebastien Squillaci mit 1:0.

Das torlose Unentschieden in der Champions League bereitete aber auch Marseille einige Sorgen. „Alles lau“, titelte die französische Sportzeitung „L’Équipe“ auf Seite eins. „Marseille hat lediglich das Minimalziel erreicht“, stelle das Sportportal „sports.fr“ fest. Doch Trainer Didier Deschamps rechtfertigte seine risikoscheue Strategie: „Wir wollten auf keinen Fall zu Hause ein Tor kassieren, das ist bei solchen Begegnungen immens wichtig. Uns hat heute eben nur dieses eine Törchen gefehlt.“

Eine ebenso konsequente Defensivarbeit verlangt Deschamps auch im Old Trafford von seinen Profis. „Wir wissen, dass das Rückspiel sehr kompliziert für uns wird, aber die Hoffnung lebt“, sagte der frühere Kapitän der französischen Nationalmannschaft.

Im Rückspiel spricht allerdings einiges für Englands Rekordmeister. Manchesters Heimform ist seit Monaten glänzend. Die „Red Devils“ sind seit dem 3. April 2010 in Heimspielen ungeschlagen. Damals unterlag United dem FC Chelsea mit 1:2. Chelsea wurde am Ende der Saison Meister. dpa

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