• Der zweimalige Formel-1-Weltmeister läßt wieder einmal den Blick über die eigenen Belange hinaus vermissen (Kommentar)

Sport : Der zweimalige Formel-1-Weltmeister läßt wieder einmal den Blick über die eigenen Belange hinaus vermissen (Kommentar)

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Ist die Formel 1 ohne Michael Schumacher wie McLaren ohne Mercedes? Nach dem schweren Unfall des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters wurde die Frage zwar sofort gestellt, aber eine Antwort darauf gaben erst die WM-Läufe danach. Schmerzlich vermisst wurde der deutsche Star vor allem von Ferrari. Von Rennen zu Rennen mehr mutete es sehr seltsam an, dass der teuerste Angestellte aus Maranello - nachdem er den doppelten Beinbruch überstanden hatte - die heimische Couch oder das Ferienhaus in Norwegen dem Team vorzog.

Sein Schwur, alles dafür tun zu wollen, dass Ferrari nach 20 Jahren wieder die Krone gewinnen könne, bekam damit den Hauch eines Meineides. Der Verdacht, dass es Schumacher bei Ferrari allein um die eigene Person gehen würde, sorgte in Italien für Unverständnis, Enttäuschung, nun gar Wut. Jedermann - nicht nur im Ferrari-Land - fragte sich, warum Schumacher mit seinem großen Motorsport-Wissen und -Können nicht beratend zur Seite steht. Nachweislich war er es, der vor dem Unfall für den Aufschwung bei Ferrari gesorgt hatte. Die Fans sind sich sicher, dass er das Chaos hätte verhindern können.

Der Verdacht drängt sich auf, dass er keinesfalls helfen will, seinen bisherigen Adjutanten Eddie Irvine auf den Thron zu heben. Schumacher verkennt dabei, dass es den Italienern nicht um die Person Schumacher geht, sondern ausschließlich um den Mythos Ferrari. Zweifellos steht es ihm frei zu entscheiden, wann er sich wieder fit fürs Cockpit fühlt. Nur, vermissen lässt er einmal mehr den Blick über die eigenen Belange hinaus. Und das ist schlechter Stil, der die Kritik geradezu provoziert.

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