Sport : Der zweite Sturm erlöst Gladbach Die Borussia siegt 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg

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Voll drauf. Colautti (r., gegen Nürnbergs Wolf) traf zum 1:0 für Gladbach. Foto: dpadpa

Mönchengladbach - Abstiegskampf ist ein Metier für harte Männer. Für einen wie Raphael Schäfer, den Torhüter des 1. FC Nürnberg. Vor einer Woche hatte er mit einer tiefen Fleischwunde in der Wade ausgewechselt werden müssen, sein Einsatz im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach galt als ausgeschlossen, gestern Abend dann stand Schäfer wie gehabt auf dem Platz. Der heldenhafte Einsatz aber wurde nicht belohnt: Die Nürnberger verloren 1:2 in Mönchengladbach – und vor dem Siegtreffer der Borussen, in einem Luftduell mit Karim Matmour, sah Schäfer – vielleicht auch aufgrund eines Fouls im Fünfmeterraum – gar nicht gut aus.

Der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga ging das Duell eher vorsichtig an: sicher stehen, Gladbachs Offensive im Keim ersticken – und dann jede Gelegenheit zum Kontern nutzen. So in etwa hatte der Plan ausgesehen. Er funktionierte nur bedingt. Die Borussen spielten gefälliger und fanden zumindest punktuell den Weg in die Spitze. Mit langen Pässen in die Schnittstelle der Viererkette ließ sich die Nürnberger Abwehr gleich mehrere Mal überwinden.

Doch Gladbachs Stürmer Raul Bobadilla machte da weiter, wo er vor einer Woche beim 0:1 in Mainz aufgehört hatte: beim Vergeben bester Chancen. Nach einer Hereingabe von Roberto Colautti traf er den Ball sechs Meter und frei vor dem Tor nicht richtig. Auch bei seinem zweiten Versuch war es nicht minder knapp. Bobadilla ließ Nürnbergs Verteidiger Andreas Wolf ins Leere grätschen, verfehlte mit seinem Schlenzer aber das Tor. Eine Minute später beruhigte Colautti die Nerven der Gladbacher. Ein schneidender Pass von Michael Bradley hebelte die Nürnberger Abwehr aus, Marco Reus umkurvte Schäfer, und seine Hereingabe vollendete der Israeli zum 1:0.

Die Nürnberger, die vor der Pause keine einzige Torchance hatten, begannen die zweite Hälfte etwas forscher. Mit der ersten Aktion, im Anschluss an einen eigentlich ungefährlichen Freistoß aus dem Halbfeld, gelang Albert Bunjaku mit einem Abstauber das 1:1. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck reagierte: Eine Viertelstunde vor dem Ende brachte er seinen zweiten Sturm. Für Colautti und Bobadilla kamen Karim Matmour und Rob Friend. Nur Sekunden danach bediente Matmour mit seinem ersten Ballkontakt Friend, und der traf, ebenfalls mit seinem ersten Ballkontakt, zum 2:1. Die Heldenrolle war an diesem Abend nicht für Raphael Schäfer reserviert. Stefan Hermanns

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