Derbe Packung im Rückspiel : 7:1 - Messi demontiert Leverkusen

Die Chancen standen schon nach dem 1:3 im Hinspiel denkbar schlecht, doch im zweiten Duell wurde es dann richtig bitter für Bayer Leverkusen. Weltfußballer Lionel Messi drehte ganz besonders auf.

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Nicht zu stoppen: Der Argentinier in Diensten des FC Barcelona, Lionel Messi (r.)
Nicht zu stoppen: Der Argentinier in Diensten des FC Barcelona, Lionel Messi (r.)Foto: dpa

Fußball-Wunder sind vor allem an der Weser entstanden und berühmt geworden. Dort wo Otto Rehhagel einst eine gefühlte Ewigkeit wirkte und bei internationalen Spielen schier aussichtslose Rückstände in grandiose Sturmläufe und Siege verwandelte. Allerdings hatte es in der Rehhagel-Ära auch keine derart dominierende Mannschaft im internationalen Klub-Fußball gegeben, wie sie der FC Barcelona seit einigen Jahren zu bieten hat. Gegen dieses Barcelona hätten wohl auch die Werderaner kaum ein Wunder entstehen lassen können. Leverkusen war jedenfalls völlig überfordert und musste eine Blamage über sich ergehen lassen.

Die Mannschaft der Lionel Messis und Xavis war für Bayer mehr als nur eine Nummer zu groß. Barcelona strahlte eine übernatürlich große Spielfreude aus und war viel zu dominant, als dass sie der deutsche Vize-Meister auch nur einen Hauch in Gefahr hätte bringen zu können. Mit dieser bitteren Erkenntnis musste Bayer 04 Leverkusen nach 90 Minuten das Feld im Camp Nou mit hängenden Köpfen verlassen. Mit einem ernüchternden 7:1 hatten die Katalanen das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gewonnen. Vor allem aber hat das Team von Trainer Josep Guardiola gestern Abend erneut deutlich gemacht, dass es als Titelverteidiger auch wieder der große Favorit auf den Titel ist. Nicht zuletzt, weil es einen alles überragenden Lionel Messi in seinen Reihe hat, der Bayer 04 Leverkusen gestern Abend mit fünf unnachahmlichen Treffern beinahe im Alleingang ausgeschaltet hatte.

Der fünffache Messi
Fast scheint es ihm ein bisschen peinlich zu sein, andererseits: Wann schießt man schon mal fünf Tore in einem Spiel? Lionel Messi gelingt dieses in der Champions League bisher einmalige Kunststück im Achtelfinal-Rückspiel gegen Bayer Leverkusen.Alle Bilder anzeigen
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08.03.2012 11:39Fast scheint es ihm ein bisschen peinlich zu sein, andererseits: Wann schießt man schon mal fünf Tore in einem Spiel? Lionel Messi...

 

Der Argentinier ist das i-Tüpfelchen in einer fantastischen Fußball-Mannschaft. Es war eine 90-minütige  Messi-Gala. Die Mannschaft von Robin Dutt ist nicht nur im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. Sie kassierte auch noch die höchste Europapokal-Niederlage in der Klub-Geschichte. Ganze 25 Minuten hatte es gedauert, bis auch die letzte Hoffnung der Leverkusener dahin war. In diesem Moment erzielte Lionel Messi mit einem sehenswerten Lupfer über Torhüter Bernd Leno hinweg die Führung für Barcelona und beendete damit auch die geradezu verwegenen Träume, die so mancher der 4000 aus dem Rheinland angereisten Bayer-Anhänger nach Spanien mitgebracht hatte. Doch die Leverkusener versuchten davor und danach, früh zu stören und sich auch selbst Chancen herauszuspielen.

„Wir wollen Barcelona ärgern“, hatte Stefan Kießling vor der Partie angekündigt. Soweit sollte es in keiner Phase kommen, auch wenn Dutt mit Eren Derdiyok und Kießling zwei Angreifer aufgeboten hatte und damit ein deutliches offensives Signal setzen wollte. Doch die Hoffnung auf mehr Entlastung für die Abwehr sollte sich in der Folge als Bumerang erweisen. Gerade als die Leverkusener in der ersten Hälfte sich immer öfter in die Nähe des Tores von Victor Valdes durchspielten, war es erneut Messi, der das Ergebnis auf 2:0 erhöhte. Die rund 80.000 Zuschauer stöhnten bereits auf, als er in Minute 42 auf der rechten Außenbahn den Ball bekommen hatte, sie wussten schließlich was kommt.

Der Argentinier dribbelte wie gewohnt mit großer Dynamik in den Strafraum, ließ gleich drei Leverkusener Gegenspieler wie Slalomstangen stehen und schob die Kugel unter dem Jubel der Fans so sicher in das untere linke Eck ein, als sei das ein Kinderspiel. In der zweiten Hälfte brachen dann allerdings alle Dämme bei Bayer 04 und machten die zeitweisen guten Eindrücke zuvor vollends zunichte. Leverkusen bekam Barcelona nicht mehr in den Griff und die Katalanen machten mit ihren Gegenspielern was sie wollten. In 13 Minuten erzielte Barcelona gleich vier Treffer. Erst war es, wer auch sonst, Lionel Messi mit einem spektakulären Heber (49.), dann der eingewechselte Tello (55.), beim nächsten Angriff wieder Messi (58.) und dann noch einmal Tello (62.).Fünf Minuten vor dem Ende war es dann noch einmal Messi, bevor Karim Bellarabi den Endstand dieses für beide Seiten denkwürdigen Abends herstellte.   


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