Sport : Des Trainers Windel

Michael Rosentritt

über das neue Patent des FC Chelsea Nehmen wir einmal an, Sie verfolgen mit Interesse die Siegesserie des FC Chelsea. Außerdem erwarten Sie Nachwuchs. Dann könnten Sie zu der Ansicht kommen, dass besonders originelle Windeln jetzt passend wären. Sollten Sie dabei auf die abwegige Idee kommen, für den Sprössling Plastikhöschen mit der Aufschrift „José Mourinho“ ergattern zu wollen, so müssen Sie seit gestern eins wissen: Ein Teil Ihres Geldes landet direkt beim FC Chelsea. Der Londoner Fußball-Klub hat nämlich seinen Trainer Mourinho als Marke beim Patentamt angemeldet. Da das so genannte Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt keine Einwände gegen diese Maßnahme geltend machen konnte, muss nun jeder, der sich oder seine Produkte mit dem Namen des in England erfolgreichen Portugiesen versieht, dem FC Chelsea eine finanzielle Kompensation zur Verfügung stellen. Das gilt zum Beispiel für Lippenstifte, Handtaschen oder Strampler.

Natürlich wissen alle: Geld braucht der FC Chelsea seit dem Einstieg des superreichen Russen Abramowitsch eigentlich nicht. Egal, wie hoch der reale Marktwert eines guten Spielers ist, Chelsea bietet mehr, kauft und siegt. In der Premier League sind die Londoner seit 37 Spielen ungeschlagen. Weil das aber langweilig ist, wird der Engländer erfinderisch – und scheut dabei nicht einmal vor dem Antrag bei einer europäischen Behörde zurück. Demnächst wird es auf der Insel sicherlich Wetten geben, wer der Erste ist, der gleich sein ganzes Kind nach dem Trainer der FC Chelsea benennt. Wenn das mal nicht in die Hose geht.

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