Sport : Deutsche Ausländer

Claus Vetter

Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) musste sich beschweren. Da wollte ihr Meister im Pokalspiel doch beim Tabellenführer der Zweiten Liga seine ausländischen Profis schonen? Eine Frechheit, ein Imageschaden drohte. Dann aber siegten die Eisbären mit ihrem deutschen U-23-Team 5:1 in Kassel – gegen ein Team mit vielen nordamerikanischen Profis. Ein Resultat, das die Führung der DEL überraschen mag, das aber nicht mehr überraschen kann, denn: Auch deutsche Profis sind im Kommen, auch als Ausländer auf höchstem Niveau: Der Mannheimer Jochen Hecht beweist es gerade mit den Buffalo Sabres, die einen neuen Klubrekord in der nordamerikanischen Profiliga NHL aufgestellt haben.

Überhaupt sind deutsche Profis in der NHL willkommen, sieben haben die Saison als Stammspieler begonnen – mehr denn je. Und andere, wie der erst 19 Jahre alte Torwart Thomas Greiss spielen noch in einem Farmteam, werden aber ihre Chance in der NHL bekommen. Das liegt auch daran, dass die DEL in den vergangenen Jahren durch die eingeführte Selbstbeschränkung der Ausländerstellen Talenten wie Greiss erst eine Chance gegeben hat. Früher gab es in der DEL keinen deutschen Stammtorwart, zurzeit sind es fünf. Eishockeyspielen lässt sich also auch in Deutschland erlernen, das wissen sie seit dem Auftritt der Eisbären in Kassel auch in der DEL-Zentrale. Nach dem 5:1 der Berliner gab es von dort übrigens keine Beschwerde mehr, zumal DEL-Klub Düsseldorf bei Zweitligist Bremerhaven peinlich hoch verlor – 2:9, und das mit elf Nordamerikanern im Aufgebot.

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