Sport : Deutsche Beachvolleyballer Europameister

-

Timmendorfer Strand Stark im Abwehrverhalten, variantenreich im Angriff, dazu auch noch konditionell topfit: Zwei Monate vor den Olympischen Spielen in Athen befinden sich Markus Dieckmann und Jonas Reckermann in bestechender Form. Das Duo aus Moers schmetterte sich bei der Europameisterschaft im Beachvolleyball mit einem überzeugenden 2:0 (21:16, 27:25)-Sieg über die Schweizer Markus Egger und Sascha Heyer zum Titel. Sie kassierten dafür als Prämie 17 000 Euro. Dieckmann/Reckermann waren schon 2002 Europameister geworden. „Wir wollen nun auch bei Olympia etwas zum Medaillenspiegel beitragen“, sagte Werner von Moltke, der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), später voller Zuversicht.

Am Rande der viertägigen Veranstaltung mit insgesamt 30 000 Zuschauern plante der DVV auch die Zukunft für den Volleyball im Sand. „Wir setzen stark auf den Beach-Bereich und wollen ihn ausbauen“, sagte DVV-Vizepräsident Götz Moser. In Gesprächen mit Jörg Ahmann ist man sich näher gekommen über eine Verpflichtung als Beachdirektor von Juli 2005 an. „Jörg hat die meiste Erfahrung und die größte Anerkennung bei allen Teams. Wir wollen ihn unbedingt halten“, sagte Moser. Ein Jahr muss Ahmann nach dem Ende seiner aktiver Karriere im Herbst überbrücken. „Das ist für mich kein Problem, denn ich möchte diesen Posten gern haben“, sagte Ahmann, der an der Ostsee spielerisch mit Axel Hager noch einmal an alte Zeiten anknüpfte. Die Publikumslieblinge und Bronzemedaillengewinner von Sydney landeten auf dem fünften Platz und bekamen dafür 4500 Euro Prämie.

Zur Überraschung der EM wurden die Qualifikanten David Klemperer und Niklas Rademacher (Hildesheim/Giesen): Erst im Halbfinale waren Egger/Heyer zu stark für die unbekümmert aufspielenden Youngster. Die Wahl-Kieler hatten im ersten Satz sieben Satzbälle, ehe sie ihn 28:30 verloren. Auch der zweite Satz endete erst nach zäher Gegenwehr mit 18:21. „Wir sind noch so jung, das Halbfinale ist für uns schon ein Erfolg“, sagte der 23-jährige Klemperer.

Mit Blick auf Athen war das Abschneiden der deutschen Frauen-Teams enttäuschend. Nur Rang fünf sprang für die Titelverteidigerinnen Stephanie Pohl und Okka Rau (Hamburg) heraus. Das Duo fragt sich inzwischen, ob der Trainerwechsel vor der Saison möglicherweise zu viele Veränderungen gebracht habe. „Wir haben immer noch etwas Zeit bis Athen und hoffen, dass bald der Knoten platzt“, sagte Okka Rau. Die letzten Punkte für das zweite Ticket nach Athen wollen Susanne Lahme und Danja Müsch (Düren) in zwei Wochen beim Grand Slam in Berlin erschmettern. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar