Sport : Deutsche bei Eishockey-WM glücklos

Stockholm - Es war, historisch gesehen, kein überraschendes Ergebnis. Gegen die Russen gab es für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im 100. Spiel die 90. Niederlage. Nach der jüngeren Geschichte aber war für die deutsche Mannschaft mehr möglich als das 0:2 am Dienstagabend im Stockholmer Globen. Vor dem Vorrundenduell bei der Weltmeisterschaft mit den Russen hatten die Deutschen vier der jüngsten fünf Spiele gegen diesen Gegner gewonnen. Auch der Dienstag zeigte, dass sich die Deutschen spielerisch mehr denn je Russen genähert haben. „Wir hatten das ganze Spiel über gute Chancen“, sagte Angreifer Kai Hospelt aus Wolfsburg. „Hätten wir einen reingemacht, hätte das anders ausgesehen.“

Wie schon beim 2:3 gegen Lettland mussten Felix Schütz (Kölner Haie) und André Rankel (Eisbären Berlin) zuschauen. „André ist ein bisschen angeschlagen und braucht noch ein, zwei Tage“, sagte Bundestrainer Jakob Kölliker. Damit war gegen Russland nicht ein Spieler vom Deutschen Meister Eisbären auf dem Eis. Die hochgelobte Nachwuchsförderung der Berliner geht immer mehr am Nationalteam vorbei, dort sind Spieler anderer Klubs gefragt: Etwa Verteidiger Christoph Schubert aus Hamburg. Die Russen brachten ihre zwei torgefährlichsten Stars aus der National Hockey-League (NHL) mit in das Spiel gegen Deutschland: Jewgeni Malkin und Pawel Datsjuk. Doch der Kapitän der Hamburg Freezers stellte sie derart ruhig, dass beide zusammen nur auf vier Torschüsse kamen. Schubert war als Bewacher nicht mal voll ausgelastet und kam sogar viermal den Abschluss vor dem gegnerischen Tor.

Das Spiel ging zwar verloren, Schuberts Leistung machte aber wie das stark verbesserte Spiel der restlichen Mannschaft Hoffnung für die übrigen Vorrundenspiele der Deutschen, die am Mittwoch gegen Schweden antreten mussten (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). Der einstige NHL-Verteidiger Schubert glaubte nach dem Spiel gegen Russland: „Mit der Leistung von heute ist gegen jede Mannschaft was drin.“ Optimismus ist für die Deutschen auch nötig. Denn in ihren verbleibenden vier Vorrundenspielen müssen sie nach nur einem Sieg in drei Spielen wohl dreimal gewinnen, um das Viertelfinale zu erreichen. Tsp/dapd

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben