Deutsche Eishockey-Liga : Eisbären Berlin unterliegen Nürnberg 2:4

Die Eisbären verpatzen den Saisonauftakt und verlieren nach 2:0-Führung noch 2:4 gegen Nürnberg

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In die Saison gestolpert. Martin Buchwieser (Mitte) und die anderen neuen Eisbären-Profis hatten Probleme.
In die Saison gestolpert. Martin Buchwieser (Mitte) und die anderen neuen Eisbären-Profis hatten Probleme.Foto: Imago

Nach einer recht passabel verlaufenen Vorbereitung auf die Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hatten sie bei den Eisbären Berlin in den vergangenen Tagen recht viel Optimismus versprüht. Die Mannschaft habe sich verbessert, sagte Uwe Krupp. Und natürlich wolle er mit dem neuen Team einen guten Start in die Saison hinlegen. „Ist ja immer wichtig“, hatte der Trainer gesagt. Wichtig – aber nicht immer einfach. Das mussten die Eisbären am Freitag zum DEL-Auftakt gegen die Nürnberg Ice Tigers erfahren. Sieben neue Spieler, neue Trikots und neuer Mut reichten nicht, um die Franken zu beeindrucken: Vor 10 884 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof verloren die Berliner 2:4 (2:0, 0:2, 0:2).

Es war eine verdiente Niederlage für die Eisbären: Die Franken hatten sich im ersten Drittel zwei Tore selbst eingeschenkt, fingen sich dann aber und waren die bessere Mannschaft.

Der erste Eindruck ist aber nicht immer maßgebend. Vergangene Saison konnten sich bei den Eisbären am ersten Spieltag beim 5:2 gegen Straubing vor allem die Zugänge hervortun. Nick Petersen (zwei Tore) und Jamie MacQueen (ein Tor) spielten groß auf und verschwanden im Laufe der Saison im Mittelmaß. Heißt also nicht immer etwas, denn die Motivation des Neuen verpufft irgendwann. Vielleicht läuft es bei den Eisbären diesmal anders herum, werden die Spieler, die am Freitag schwach waren, im Laufe der Saison stark: Sieben neue Profis schickte Trainer Krupp gegen Nürnberg aufs Eis. Die feschen neuen Dynamo-weinroten Trikots waren kein Selbstläufer, von den jüngst zu den Berlinern gewechselten Profis konnte sich keiner hervortun. Es fiel auf, dass nicht alle der Neuen für die Eisbären-Werbung mit dem flotten Spruch „mehr Speed als aufm Kotti“ etwas zu tun haben. Von wegen Geschwindigkeit – der ein oder andere der neuen Herren wird künftig etwas hurtiger über das Eis laufen müssen.

Im letzten Drittel nahmen die Eisbären den Fuß vom Gas

Mann des ersten Drittels war ohne Frage kein Berliner, sondern derNürnberger Thomas Gilbert. An sich keine Überraschung, mit 672 Spielen in der National Hockey-League (NHL) im Rücken ist der US-Amerikaner nach Nürnberg gekommen. Klub-Mäzen Thomas Sabo hat sich die Dienste des (eher einstigen) Weltklasseverteidigers viel kosten lassen, Gilbert ist angeblich der Bestverdiener unter den Defensivkräften der Liga. Mit welchen Taten Gilbert bei seinem Ligadebüt im Mittelpunkt stand, überraschte dann aber. Zunächst fälschte der 34-Jährige einen Schuss von André Rankel ins eigene Tor ab und nach dem Führungstreffer der Berliner ebnete er mit einem Fehler deren Tor zum 2:0 durch Jens Baxmann. Das hatte schon Unterhaltungswert in einem an sich zunächst eher flauen Spiel.

Gilbert wird es verschmerzen müssen und sich irgendwann sicher an die im Vergleich zu Nordamerika größere Eisfläche gewöhnen. Das gilt für Blake Parlett nicht, der neue kanadische Verteidiger der Eisbären hat bereits in Kroatien und Finnland gespielt und sollte sich mit den europäischen Eisflächen auskennen. Vor seinem ersten DEL–Spiel hatte Parlett gesagt, er sei „ziemlich nervös“. Die Nervosität trug er dann wohl mit ins Spiel hinein, mit seinem Fehler brachte er die Ice Tigers wieder ins Geschäft. Steve Reinprecht traf im zweiten Drittel zum 1:2 für die Franken. Als Brandon Segal dann auch noch das 2:2 erzielt hatte war klar, dass die Berliner nicht im schlanken Gang zu ihren ersten Punkten der Saison kommen würden.

Der aus Mannheim gekommene neue Berliner Verteidiger Danny Richmond sagte: „Da haben wir den Fuß vom Gas genommen, wie in der Vorbereitung.“ Und das war keine gute Idee von den Eisbären, die dann im letzten Drittel eher hilflos wirkend in ihre Niederlage rannten. Die Franken waren nun klar besser. Phillipe Dupuis traf zum 3:2 für die Nürnberger, Dane Fox zum 4:2.

Die erste Berliner Niederlage der Saison war damit durch: Aber es bleiben den Eisbären ja noch satte 51 Spiele in der Hauptrunde, um sich besser zu präsentieren. Zum Beispiel schon am Sonntag beim Spiel in Bremerhaven.

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