Deutsche Eishockey-Liga : Eisbären: Probleme gegen Spitzenteams

Die Berliner tun sich besonders gegen starke Mannschaften schwer. Am Dienstag soll sich das gegen die Krefeld Pinguine endlich ändern.

Claus Vetter
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Gescheitert. Steve Walker und die Eisbären brauchen zu viele Torchancen.Foto: dpa

Das Lamento des Trainers fiel ausführlicher aus, als das sonst bei Don Jackson der Fall ist. Er schimpfte über den Schiedsrichter, über die Disziplin seiner Mannschaft und ein wenig auch über die Situation, in die sich seine Eisbären hineinmanövriert haben. Das letzte Stück an Klasse scheint Jacksons Team zu fehlen. Der Trainer hat festgestellt: „Wir sind nicht so stark wie im vergangenen Jahr. Wir verlieren zu oft gegen spielstarke Gegner.“

Gegen Mannheim, Hannover und Krefeld haben die Eisbären bereits zwei Mal verloren

Stimmt: Das 2:3 der Eisbären gegen die Adler Mannheim am Sonntag war symptomatisch. Die Bilanz der Eisbären gegen die vier Topteams der Deutschen Eishockey-Liga ist in dieser Saison miserabel: Gegen Hannover, Krefeld und nun Mannheim wurde bereits im Doppelpack verloren, allein die Frankfurt Lions haben zwei Mal gegen die Eisbären verloren.

Es gibt Ursachen für die neue Schwäche der Eisbären: Sie brauchen einfach zu viele Torchancen, um zum Erfolg zu kommen. Das ist gegen schwache Teams kein großes Problem, gegen starke Gegner aber schon, denn die lassen wie zuletzt Mannheim einfach weniger gute Gelegenheiten zum Torschuss zu. So sah es am Sonntag auch Richie Regehr. Zu viele Möglichkeiten habe man verschludert, sagte der Verteidiger. „Und wenn dann noch so ein herausragender Mann wie Frederik Brathwaite im Tor steht, dann haben wir es schwer.“

Ein großes Manko ist die Disziplin

Ein zweites Manko ist tatsächlich die von Jackson angesprochene Disziplin, gegen Mannheim kosteten fünf Strafminuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen André Rankel den Sieg – Mannheim kam im Powerplay zum 2:2-Ausgleich und siegte dann nach Penaltyschießen. Trainer Jackson hatte zwar „einen sauberen Check von Rankel“ gesehen, fand aber auch, dass sich seine Spieler zu ungestüm angestellt hätten. „Wir haben 2:1 geführt und ich rufe den Jungs noch zu: Leistet euch keine Strafen!“ Zudem hat der Trainer festgestellt, „dass wir uns im Powerplay zurzeit ungeschickt anstellen“. Stimmt auch: In Überzahl sind die Berliner derzeit nur das fünftbeste Team der DEL.

Am Dienstag (Beginn 19.30 Uhr, O2-World) können die Eisbären versuchen, ihre Bilanz gegen eines der Spitzenteams zu schönen, denn die Krefeld Pinguine kommen nach Berlin. Jackson hat seinen Spielern bereits einen Vortrag darüber gehalten, wie diese die Wende einleiten können. Kurz zusammengefasst: „Ich habe gesagt, dass wir uns bewusst sein müssen, dass Krefeld ein starkes Team ist und dass wir mit vielen Strafzeiten nichts ausrichten können. Dann haben wir eine Chance.“

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