Deutsche Eishockey-Liga : Eisbären schlagen Düsseldorf 5:2

Die Eisbären setzen sich mit 5:2 gegen Düsseldorf durch. In den Pre-Play-offs werden die Berliner wohl trotzdem keinen Heimvorteil haben - weil die Konkurrenz ebenfalls gewinnt.

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Da wackelt das Netz. Julian Talbot brachte die Eisbären in dieser Szene mit 1:0 in Führung.
Da wackelt das Netz. Julian Talbot brachte die Eisbären in dieser Szene mit 1:0 in Führung.Foto: Imago

Die Motivation war den Eisbären am Freitag nicht abzusprechen. Sie wollten mit aller Macht einen Erfolg und wurden auch belohnt, mit einem 5:2 (1:1, 2:1, 2:0) gegen die Düsseldorfer EG. Doch viel waren die drei Punkte am Ende des vorletzten Spieltages der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) für die Berliner (noch) nicht wert: Die Konkurrenz um den Heimvorteil in den Pre-Play-offs gewann auch. Wolfsburg siegte 2:0 gegen Mannheim, Nürnberg schlug Hamburg 5:0. Damit bleiben die Eisbären vor dem letzten Spieltag am Sonntag Tabellenneunter – ein Rang, der in den Pre-Play-offs kein Heimrecht bedeutet.

Die kleine Nummer im Wellblechpalast oder doch großer Aufschlag in der Arena am Ostbahnhof? Für Peter John Lee waren es keine schöne Tage. Weil die Eisbären die Pre-Play-offs nicht auf der Rechnung hatten, musste der Geschäftsführer des Klubs die möglichen Gegner in der Qualifikationsrunde abklappern: Die Halle in Friedrichshain ist für die von der Liga geplanten Pre-Play-off-Termine blockiert. Am Mittwoch kommender Woche spielt Alba, am Freitag ist „Night of the Jumps“. Und seit gestern hat Lee Gewissheit: Spielen die Eisbären mit Heimvorteil im ersten Spiel gegen Krefeld oder Wolfsburg, können sie am Dienstag in der Arena am Ostbahnhof spielen. Lautet der Gegner Nürnberg oder Köln, geht es am Mittwoch ab in den Wellblechpalast – beide Klubs stimmten einer Spielverlegung nicht zu.

Natürlich wollen die Berliner lieber am Ostbahnhof spielen, in den viel zu kleinen Wellblechpalast passen kaum ihre 4800 Dauerkarteninhaber hinein. Wenn sie doch noch Achter oder Siebter werden, dann ließe sich der Wellblechpalast womöglich umkurven - wenn der Gegner Wolfsburg oder Krefeld heißt. Aber wahrscheinlicher ist, dass die Eisbären zunächst auswärts antreten und dann Freitag in den Wellblechpalast ziehen müssen.

Die Pre-play-offs könnten für die Berliner ohnehin zu einer wackligen Angelegenheit werden. Am Freitag gegen Düsseldorf wirkte die Mannschaft aber nur anfangs unsicher. Symptomatisch dafür war die Szene, als die Eisbären 1,8 Sekunden vor Ende des ersten Drittels den Ausgleich zum 1:1 durch Ken Olimb kassierten und das 1:0 von Julian Talbot nicht in die erste Pause retten konnten. Casey Borer und Sven Ziegler erhöhten im Mittelabschnitt auf 3:1, doch nach einem Berliner Fehler kam die DEG durch Daniel Kreutzers Tor wieder heran. Matt Foy gelang im letzten Drittel aber das beruhigende und verdiente Tor zum 4:2, Petr Pohl traf noch zum 5:2.

Trotz des Sieges droht aber nun weiter der Wellblechpalast. Und so gestaltet sich alles ganz kompliziert, was die Eisbären einfach hätten haben können. Die Berliner hatten erst vor einer Woche bei der DEL um eine Verlegung ihrer Heimspiele in den Pre-play-offs gebeten – viel zu spät. Es bleibt eine peinliche Geschichte für die Eisbären, auch wenn von offizieller Seite versucht wird, den Betriebsunfall zu schönen. Lee sagt: „Mit dem Wellblechpalast haben wir eine gute Spielstätte zum Ausweichen.“ Da stellt sich nur die Frage, warum die Eisbären vor gut sechs Jahren aus Hohenschönhausen ausgezogen sind? Ach ja richtig, am letzten Heimspielwochenende der Hauptrunde spielte und spielt der Klub jeweils vor vollem Haus – am Ostbahnhof. Gestern kamen 14.200 Zuschauer und auch das letzte Hauptrundenspiel gegen Iserlohn am Sonntag ist schon ausverkauft – macht 28.400 Menschen an einem Wochenende. Ein Indiz für die Popularität des Klubs, die durch den Zwangsumzug Kratzer bekommen könnte.

Denn reinkommen werden nur ganz wenige in den Wellblechpalast. Lee sagt: „Dort werden unsere treuesten Fans zum Zuge kommen – das sind unsere Dauerkarteninhaber." Und sonst keiner. Hört sich zumindest romantisch an.

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