Deutsche Eishockey-Liga : Eisbären spielen auch gegen Manipulationsverdacht

Die Eisbären kämpfen im letzten Hauptrundenspiel gegen Hamburg um Platz zwei und gegen die Gerüchte um eine vermeintliche Spielabsprache.

Ron Ulrich

Berlin - Vor dem letzten Hauptrundenspieltag der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wird Eishockey zur Mathematik. Während der sechs Spiele am heutigen Sonntag (14.30 Uhr) wird der Rechenschieber wieder bemüht, um die Verteilung der Play-off-Plätze zu errechnen. Für die Eisbären gilt: Das Heimrecht in den Ausscheidungsspielen ist ihnen sicher und auch der zweite Platz noch erreichbar – allerdings nur, wenn bei einem Sieg gegen Hamburg gleichzeitig Düsseldorf in Hannover verliert.

Noch viel enger geht es weiter unten zwischen Platz sechs und acht zu: Mannheim, Ingolstadt und München, allesamt potenzielle Play-off-Gegner der Eisbären, sind punktgleich. „Alles schwere Gegner, da müssten wir ein bisschen draufpacken“, sagt Alexander Weiß, der am Freitag beim 2:1-Sieg über München traf. Wie unangenehm die Münchner sein können, sah Weiß im direkten Duell: „Sie haben defensiv gut zugestellt. In den Play-offs wird die eine oder andere Mannschaft genauso spielen.“ Auch Trainer Don Jackson richtete den Blick auf die nächsten Wochen: „Diese engen Spiele werden in den Play-offs ebenfalls auf uns zukommen. Deswegen war der Sieg enorm wichtig.“

Heute sind die Hamburg Freezers in Berlin zu Gast. Brisant ist das Duell auch, weil die Hanseaten, die unbedingt in die Play-offs wollen, ebenso wie die Berliner zur Anschutz-Gruppe gehören. Mancher munkelt da schon von Vetternwirtschaft. „Das sind die Storys von anderen Leuten. Wir konzentrieren uns nur auf unser Spiel, schließlich wollen wir Zweiter werden“, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee. „Was zählt, ist Eishockey und nichts anderes“, sagt auch Trainer Jackson.

Auch DEL-Sprecher Alexander Morell kann die Aufregung nicht verstehen: „Wir haben vor der Saison den Vereinen mehrere Varianten von Spielplänen vorgelegt, alle haben den aktuellen abgenickt.“ Er sieht keinen Grund zur Beunruhigung: „Die Eisbären werden sich schon reinhängen.“ Leidtragende eines Hamburger Sieges wären die Nürnberger, die momentan auf dem zehnten Platz stehen, der für die Pre-Play-offs berechtigt. Bei einer Niederlage gegen Krefeld könnten sie noch von den Freezers verdrängt werden. Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann schiebt den Konjunktiv beiseite: „Wir schauen nur auf uns und wollen es gegen Krefeld selbst entscheiden.“ Ron Ulrich

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